Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 1-2 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Hafenstadt Palästinas, kannte, hielt mit seinem Rathe zurück und hieß sic zuerst jenes Komits befragen. Auf ihr dringendes Bitten nannte er ihnen jedoch seine Adresse und die des Vorstehers deö Missionshauses in Jaffa, Moritz Hall, der selbst Proselyt und ein tüchtiger Manu ist. Bald aber mußten cs diese und große Schaaren anderer jüdischer Flüchtlinge aus Rußland erfahren, daß sie von ihren Glaubensbrüdcrn in Palästina verlassen würden. An Mitteln, um auch diesen Ankömmlingen unter die Arme zu greifen, hätte es, wenn guter Wille vorhanden gewesen wäre, schließlich nicht gefehlt, wohl aber fehlte es den Jerusalemer Jude» an dem Herzen für diese Einwanderer. Sie hätten sich nur an ihre Brüder in Europa wenden dürfen, wenn sie der Meinung waren und die Furcht hegten, daß der Thcil der Glanbcnsspende für die Juden Palästinas, welche die gesammte Judenschaft der Welt aufbringt (die Chalnka), den jetzigen Empfängern verkürzt werden könnte, so wären ihnen neue große Summen zugeflossen — aber der Unmuth über das Anwachsen armer Glaubensgenossen in Jerusalem erstickte alle anderen Gefühle in ihnen, und kalten Blutes sahen sie dieselben dem Elend verfallen. Bald standen die russischen Flüchtlinge völlig verlassen da und mit ihnen auch andere aus Arabien, die, von ihren eigenen jüdischen Vorstehern verfolgt worden waren und sich in der Hoffnung, daß ihnen das Land ihrer Väter Ruhe bringen würde, dorthin gewandt hatten., 200 an der Zahl waren arabische Juden nach Jerusalem gekommen. Die meisten derselben waren Handwerker und Handarbeiter, und diese fanden meist bald Beschäftigung. Aber nun gab es auch Alte, Schwache, Wittwen und Waisen unter ihnen — diese verließ man, und, um so recht die Erbarmungslosigkeit zu steigern, verbot man ihnen noch dazu, bei Strafe des Bannes, von edlen amerikanischen Christen, welchen die Noch dieser Unglücklichen zu Herzen ging, etwas anzunehmeu. Es war jenen herzlosen Leuten ganz gleich, wenn die arabischen Glaubensgenossen umkamen; den Bissen, der ihnen von Christen gereicht wurde, sollten sie jedenfalls abweisen. Inzwischen wuchs die Zahl der ankommenden Flüchtlinge, und die Roth nahm schnell unter ihnen überhand. Alles, was sie noch mitgebrachl hatten, mußten sie nach und nach verpfänden oder