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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 11-12 (1882) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
11-12 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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186 daher jetzt dort nicht geschehen, sondern es müssen diejenigen, welche sich zum Uebertritt entschließen, denselben anderswo vollziehen. Abessinien, wie unser Blatt darüber wiederholt berichtet hat, erweist sich als ein desto fruchtbareres Missionsfeld; im vergangenen Jahre zählte cs wieder nicht weniger als 34 Taufen. Sowohl unter Juden als unter Christen frägt man ja überhaupt gern, wie viele Juden etwa durch die Missionare getauft worden sind. Nach diesen Zahlen den Werth der Mission zu bestimmen, ist freilich ein seltsaines Ding, und um so unmöglicher, als nur der kleinste Theil derer, die durch Missionare nach Christo zu fragen veranlaßt, oder durch sie in entscheidender Weise zu dem Schritt, Christen zu werden, bestimmt worden sind, dann auch durch die Missionare die Taufe erhält. Immerhin mag es hier für unsere jüdischen und christlichen Leser festgestellt werden, daß selbst die ganz unvollständigen Mittheilungen aus den verschiedenen Missionsstationen der Londoner Gesellschaft, und so weit von denselben überhaupt über Taufen durch die Missionare Mittheilung gemacht worden ist, im Laufe der Jahre die Zahl von 4124 Judentaufen ergeben; 114 fallen auf das letzte Jahr. Freilich wird die Mission der Regel nach von den Juden nicht mit freundlichen Augen betrachtet, und die Ehrentitel, welche sie unter ihnen erhält, erinnern oft genug an die Schmähungen, welche die Apostel in ihrem Missionsberufe erfahren haben. Aber, nachdem nun der Antisemitismus erwacht ist, können doch die Juden eS allmählich selbst sehen, daß es ein großer Unterschied ist, sie mit dem Evangelium aufsuchen und sie nur vom Rassenstandpunkt aus betrachten. Der Antisemitismus will von den Juden nichts wissen und wird, je weniger die Juden gewillt sind, ihre bisherige Art und Weise zu lassen, desto feindseliger gegen dieselben. Der Antisemitismus verbreitet sich auch zusehends unter den Völkern, und der Judenhaß wächst überall, wo Juden zahlreicher wohnen. Die Mission schaut die Juden mit andern Augen an. Ihr sind sie ein Gegenstand, der ihre Herzen beschäftigt; sie will, gleichviel, ob die Juden selbst diese Sorge schätzen mögen oder sie nicht schätzen, denselben Gutes erweisen. Die innerste Gesinnung der

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