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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 11-12 (1882) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
11-12 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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181 Mission iu Damaskus. Als Missionar Ncichhardt vor sieben Jahren nach Damaskus kam, wurde wiederholt über ihn und alle, die mit ihm in Verbindung traten, der Bann ausgesprochen. Als dies das letzte Mal der Fall war, ließ der Missionar ei» Plakat iu großen hebräischen Buchstaben drucken, welches die Worte enthielt: »Die Rabbincn thun uns heute in den Bann, wir aber, der Lehre Jesu von Nazareth im Evangelio eingedenk, segnen, die uns fluchen!« Das erste Plakat dieser Art ließ der Missionar ganz früh am Morgen an der Thüre des Hauptrabbiners anhcften, damit er, wenn er zur Synagoge ginge, von dem Segen derer, die er verfluchte, begrüßt würde. Seitdem ist nie wieder der Bann über den Missionar, die Mission und die Angestellten derselben verhängt worden, sondern diese haben vielmehr mit den Leitern der jüdischen Gemeinde in den freundlichsten Beziehungen gestanden. Oft hat man sogar den Rath des Missionars von jener Seite her erbeten oder ihn ersucht, die Vermittelung zwischen streitenden Parteien zu übernehmen. Das Werk in Persien aber hat noch fort und fort heftige Kämpfe zu bestehen. Am 25. Juli dieses Jahres machte Missionar Lotka, den Bitten mehrerer Proselhten nachgebend, mit denselben einen Ausflug nach dem Bergpaß des Elwend. Dort angekommen wurden sie jedoch von Polizisten überfallen, welche den Aufstachelungen eines Juden gern nachgabcn und die schutzlose Lage der dortigen Neubekehrten zu Erpressungen zu benutzen entschlossen waren. Vom Gouverneur an, der ein Bruder des Königs ist, bis zum geringsten Polizisten erkaufen alle Beamten ihre Stellungen und suchen dafür nun an den ihnen Untergebenen, die sie, wie wilde Thiere ihre Beute, überfallen, den Ersatz. Die Proselhten aber sind in einer doppelt traurigen Lage. Die Juden hassen sie wegen ihres Uebertritts zum Christenthum, der Staat dagegen betrachtet sie noch als Juden. So schweben sie in der Luft, und das benutzen eben die Beamten, um sie auszuplündern Ueber die Neubekehrten ist die Polizei daher wiederholt hergefallen und sogar über jeden Juden, von dem sie auch nur hörte, er besuche den christlichen Gottesdienst. Man hat an jenem 25. Juli Geld von solchen erpreßt, die niemals auch nur die Absicht gehabt n*

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