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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 11-12 (1882) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
11-12 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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182 haben, mit dem Missionar und den Proselyten zu gehen, einfach aus dem Grunde: »Ihr gehört auch zu ihnen!« Ein Besuch jenes Bergpasses nun ist nichts, das die Gesetze verbieten, und nur indem man zu nichtswürdigen Lügen seine Zuflucht nahm, konnte man Gewalt gebrauchen. Man ergriff plötzlich die nichts ahnenden Wanderer, warf sie in's Gefängniß, ertheilte ihnen die Bastonade und legte sie in Ketten. Die Nacht über blieb Missionar Lotka bei ihnen und machte am Morgen den Behörden ernste Vorstellungen, zunächst ohne Erfolg. Die Verwandten der armen Gefangenen aber bestürmten Missionar Lotka, er solle ihnen die Freiheit verschaffen. Daher kam sich der treue Mann wie ein Hirte vor, der in seine Heerde Wölfe einbrechen sieht, ohne daß er ihnen helfen kann. Die Beamten forderten von den Eingekerkerten eine Lösungssumme. Lotka widerrieth dieselbe zu zahlen, da er sich bei den Persischen Ministern und dem Britischen Gesandten für sie verwenden wollte. Aber die Gefangenen wurden indeß mit neuen, barbarischen Mißhandlungen bedroht, und so bezahlten sie die verlangten 600 Mark; hierauf ließ man sie los. Lotka hat indeß gegen das ganze Verfahren bei den obengenannten höheren Stellen Beschwerde erhoben — ob ihm das etwas nutzen wird, ist freilich eine andere Frage. Die englischen Diplomaten verlassen die Mission nur gar zn gern. Daß unter solchen Umständen die Juden, welche sonst mit der Mission gern in Verbindung träten, selbst vor der Berührung mit dem Missionar zurückzuschrecken anfangen, ist kein Wunder. Den Proselyten nimmt man das Brot vom Munde hinweg, und Niemand hilft ihnen. Das gemeine Volk, welches die Obrigkeit so gegen die Bekehrten und die Freunde der Mission auftreten sieht, beleidigt sie in Läden und auf dem Bazar, und oft sehen sich jene genöthigt, ihre Läden zu schließen, um nur den Belästigungen, mit denen man sie bedroht, zu entgehen. In der That, die persische Mission ist auf einem Punkte angclangt, wo es sich um Sein und Nichtsein für dieselbe handelt. Möchten doch die Missionsfreunde ihrer in treuer Fürbitte gedenken! Blicken wir dann auf die Judenmission in Afrika, so ist nach den Verfolgungen des Jahres 1879 in Mogador (Marokko) ein Wirken an jener Stelle zunächst nur im beschränk-

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