Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 11-12 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554884-2554891--07906-2563927- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
180 Sehr wichtig ist die ärztliche Missionsthätigkeit in Jerusalem. Ein neuerdings daselbst getaufter Jude hatte gerade unter der ärztlichen Pflege, die ihm durch den Missionsarzt zu Theil gew.orden war, auch den Arzt der Seelen, Christus kennen und lieben gelernt. Das ganze Verhalten der Juden gegen die Missionare hat sich übrigens sowohl in Jerusalem als in Tibcrias und Saset bedeutend gebessert. Früher warf man auf sie im Jndenviertel oft Steine, jetzt können sic ruhig und sicher in jedes Haus eintreten. Ein verheißungsvolles Arbeitsfeld bilden die Schaaren von neu im heiligen Lande sich ansiedelnden Juden für die Mission. Die Gaben, welche die Juden der ganzen Welt für ihre Glaubensgenossen in Palästina spenden, reichen nicht mehr zu, alle dieselben zu unterstützen. Dieses Almosen, die Chaluka genannt, ist aber stets ein besonderes Hinderniß für die Ausbreitung des Missionswerkes gewesen, da jeder Verkehr mit den Missionaren den Verlust dieser Gabe nach sich zog. Jetzt können dieselben also freier mit vielen verkehren. 20 bis 24 der neu angekommenen Flüchtlinge stehen, außer den im Wanderersheim untergebrachten, gegenwärtig im Unterrichte der Missionare, und eine noch größere Zahl mit letzteren im Verkehr. Gleichzeitig mit dem christlichen Unterricht erhalten die betreffenden Personen auch Anweisung in Handwerken oder sie werden zu Lehrern u. s. w. herangebildet, um sich ihr tägliches Brot selbst erwerben zu können. Unter der ganzen Masse der Flüchtlinge aber gehen die Missionare zum Entsetzen der Rabbinen mit ihrem Zeugnisse hin und her. Der »Israelit« bringt einen Rettungsbrief, der von den angesehensten Juden in Jerusalem ausgegangen ist und um schleunige Hülfe bittet, damit die Flüchtlinge »aus den Netzen der Seelenfänger« gerettet werden können. In der That eine wunderbare Führung, die Schaaren von Juden aus ihren bisherigen Wohnsitzen nach dem Lande ihrer Väter führt, damit sie dort dem Heilande begegnen, dem sie so lange aus dem Wege gegangen sind, und damit sie ihn als den Barmherzigen kennen und erfahren lernen, der ihr Wohlthäter nach Leib und Seele sein will. Einer recht freundlichen Stellung der Juden erfreut sich die