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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 11-12 (1882) · page 16

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Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
11-12 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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178 schlugen dieselbe nun für noch nicht die Hälfte des früheren Preises los. Die armen Juden waren darüber wüthend. Ein Haufe rottete sich zusammen, griff die Läden, in denen die Mazze verkauft wurde, an, warf diese auf die Straße und zertrat sie, entschlossen, daß dies Gebäck, da sie es zur rechten Zeit nicht hatten erlangen können, nun auch nicht verkauft werden sollte. Zuletzt zog der Haufe vor das Haus des Rabbi, der die Sache besonders verschuldet hatte, und schlug ihm alle Fenster ein. Soldaten mußten endlich den Aufruhr stillen. Kein Wunder, daß immer mehr das Vertrauen zu den Rabbinen schwindet, und der Unglaube überhand nimmt. Die armen Seelen irren zwischen Aberglauben und Unglauben hin und her, verlieren aber allen religiösen Halt. Auch das Judenthum in der Türkei wird eben auf solche Weise alles inneren Gehaltes immer leerer. Türkisch-Asien zeigt ähnliche Erscheinungen. Missionar Eppstein wirkt schon seit einer längeren Reihe von Jahren in Smyrna. Ein großer Theil auch der dortigen Juden ist bereits dem Unglauben verfallen; aber dieselben Leute, welche sich ihrer Freistnuigkeit rühmen, sind voll Hasses gegen das Christenthum. Die jüdischen Zeitschriften thun ihr Möglichstes, diesen Haß zu entflammen; jeden feindseligen Artikel, den jüdischfranzösische oder englische Blätter schreiben, übersetzen sie; die antisemitische Bewegung beuten sie gleichfalls zu diesem Zwecke aus. Die fanatischen Orthodoxen aber verbinden sich mit den liberalen Juden, welche sie sonst bitter hassen, gegen das Christenthum und die Mission. Die Person des Missionars Eppstein freilich findet viele Anerkennung unter der jüdischen Bevölkerung von Klein-Asien. Derselbe ist durch seine ärztliche Tüchtigkeit bekannt, und deshalb erträgt man es auch, wenn er sein evangelisches Zeugniß unter den Juden ablegt. Treue Hilfe hat er im letzten Jahre besonders den von dem Erdbeben in Chios mitbetroffenen Juden angedeihen lassen, und auch die Juden in Magnesia haben seine hilfreiche Liebe erfahren. Eine jüdische Deputation an jenem Orte sprach ihm vor seiner Abreise ihren Dank aus und bat ihn, bald wieder-

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