Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 11-12 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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176 Unter dem weiblichen Geschlechte besonders herrscht dagegen der Regel nach ein unmäßiger Aberglaube, und die Rabbinen pflegen denselben unter ihnen mit allem Fleiß, um durch die Frauen die Männer in ihrer Gewalt zu erhalten. Ihre Macht ist denn auch noch sehr groß, und alle, die es wagen, ans die Missionare zu hören, bekommen dieselbe zu fühlen. Die Rabbinen und ihre Freunde legen ihre Gesinnung gegen das Evangelium und die Anhänger desselben auch ohne jede Scheu zu Tage. So äußerte Einer, dem ein Traktat angeboten wurde: »Wenn ich so reich wäre, wie unser jüdischer Bankier Camondo, würde ich zuerst alle Bücher, die von Jesu handeln, verbrennen und dann alle, welche dieselben kaufen, tobten, ebenso aber auch alle bekehrten Juden.« Offene Verfolgung der irgendwie dem Christenthum geneigten Juden ist an der Tagesordnung und' wird dadurch erleichtert, daß jede Religionspartei ein gewisses Maß von bürgerlicher Gewalt über die Ihrigen ansüben darf. So wurde ein Mann, der seine Kinder in die Missionsschule schickte, von den Nachbarn so lange verfolgt, bis er in das armenische Viertel zog. Die Vorhaltungen des Nabln hatten bei ihm keinen Erfolg; er sagte ihm, als derselbe ihm das Wegbleiben aus der Synagoge vorwarf, daß er in der Missiouskapelle einen besseren Gottesdienst als in der Synagoge kennen gelernt habe. Darauf hin verließ ihn der Rabbi, erregte aber gegen ihn die Inden, und dieselben warfen ihm die Fenster mit Steinen ein. Eine andere Familie mußte aus dem gleichen Grunde ihre Wohnung in das türkische Viertel verlegen. Ein sonst regelmäßig die Schule besuchendes Kind fehlte plötzlich. Man ging zu dem Vater desselben und frag ihn nach dem Grunde dieses Ausbleibens. Dieser antwortete: »Die Rabbinen forderten von mir, daß ich mein Kind in ihre Schule sendete. Als ich ihnen nicht gehorchte, verhängten sie über mich zuerst den Bann und warfen mich dann in's Gefängniß. So war ich nun gezwungen, mein Kind in ihre Schule zu schicken, da ich von den Juden mit meiner Arbeit ganz abhängig bin. Wir sind die Sklaven der Rabbinen; wenn sie sagen, der Tag ist Nacht, müssen wir dasselbe sagen, oder sie lassen uns nicht leben.« Ein Sohn hatte seinem Vater etliche der Ungereimtheiten des Talmud vorgehalten, wie z. B. daß Gott die Gebetsriemen trägt.