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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 11-12 (1882) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
11-12 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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170 Die Missionare erzählen vielfach, wie sie den answandernden Inden mit ihrem Zeugniß unterwegs entgegengekommen sind, und wie da und dort ein Herz unter diesen Auswanderern ein Gefühl dafür zeigte, daß den Inden der Friede fehle, daß dieser Friede von ihnen auch nirgends werde gefunden werden, und daß nun doch wohl an der Botschaft etwas ist, die ihnen verkündigte: Christus ist der Friede! Umwälzungen erblicken wir überall, wo unser Blick auf die Juden fällt. Die Berührung mit der vielgepriesenen modernen Kultur und Bildung zerstört allerorten das Alte, aber das an dessen Stelle Neugewonnene verspricht keine Dauer und Haltbarkeit. Selbst in den eigentlichen Festungen des Jndenthums und in den entlegensten Gebieten desselben beginnt dieser Umsturz des Bestehenden, da auch hier hinein der Geist der Neuzeit dringt. Missionar Lotka, jetzt in Persien, früher in Lemberg, thcilt aus seiner letzten Wirksamkeit in Galizien mit, wie auch in jenem Lande der Zusammenbruch des Alten zn geschehen beginnt. Eine große Zahl talmndisch gebildeter Personen pflegte die jüdischen Kinder in besonderen jüdischen Schulen zn unterrichten. Jetzt aber, >vo auch den galizischcn Juden der Vortheil, den ihre Kinder von dem Besuche der öffentlichcu christlichen Schulen für ihr Fortkommen haben, cinleuchtct, schicken sie dieselben mit Vorliebe in diese Anstalten. Viele jüdische Lehrer sind so ihreö Brotes beraubt, und nicht wenige derselben suchen nun ihre Zuflucht im Christcnthum. Galizien und die Bukowina ist voll von solchen Leuten. Zn Missionar Lotka kam ein Lehrer aus der Bukowina als Deputirter einer großen Zahl jüdischer Lehrer und anderer Inden, um ihn zu fragen, welche Schritte sie zu thun hätten, um ihr Land zu verlassen und sich für die Taufe vvrzubereiten. Er mußte ihnen aber antworten, daß sie in Lemberg den Unterricht nicht einpfangen könnten, da dort für sie die Möglichkeit, sich ihr Brot zu erwerben, nicht vorhanden sei, und so bat jener Lehrer, daß ihnen nur eine Empfehlung an andere Orte gegeben werde, damit sie dort ihren Vorsatz ausführen könnten. Vielweniger lebhaft werden die Inden des Westens von den Fragen, welche die Gegenwart ihrem Stamme bringt,

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