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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 11-12 (1882) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
11-12 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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166 hat, will nicht sterben. Aber zu tieferem religiösen Ernst hat, wie Missionar Skolkowski in Königsberg sagt, dies die deutschen Juden nicht gebracht. Nichts von Mißbilligung über die Vernachlässigung des göttlichen Wortes in ihrer Mitte, nichts von Verurtheilung ihrer religiösen Gleichgiltigkeit, nichts von Tadel über das gewinnsüchtige Treiben der Ihrigen hört man je unter ihren Führern. Niemals haben die Rabbinen in Deutschland, die orthodoxen wie die reformerischen, das Vorrecht ihrer Nation mit solcher Kühnheit behauptet und so überspannte Privilegien für die Juden in Anspruch genommen, als seitdem die Agitation gegen sic begann; und die Laien unter ihnen stellen sich, als ob sie das glaubten, damit alle Klassen unter ihnen gegen die Widersacher der Juden geeint erscheinen. Ucbcr Gleichgiltigkeit gegen alle Religion unter den Juden klagen aber die Missionare in ganz Deutschland. Besonders schlimm steht es in dieser Beziehung schon seit langer Zeit im Elsaß, und überall verfällt dazu die Heranwachsende jüdische Jugend dem Unglauben. Die Mission ist eö unter diesen Verhältnissen oft allein, die noch ein Fragen oder ernsteres Nachdenken unter den Juden in Deutschland erweckt. Aller Antisemitismus hat es hier zunächst nicht verhindert, daß man die Missionare anhörte, vr. Klee und Missionar Skolkowski konnten oft die Nachfrage nach Missionsschriften auf ihren Reisen in der Provinz Preußen nicht befriedigen, und ähnlich drängte man sich herzu, wenn die Missionare Flad und de le Roi unter den österreichischen Juden ihre Schriften vertheilten. An einzelnen erfreulichen Erfahrungen hat es aber überhaupt auch in diesem Jahre auf dem deutschen Missionsselde nicht gefehlt. Den Einfluß christlicher Schulen auf die dieselben besuchenden jüdischen Kinder dursten die Missionare wiederholt bemerken. Missionar Rosenstrauch bot in einer Familie am Rhein seine Schriften zum Verkauf au. Da kamen gerade die drei Kinder derselben aus der Schule und bemerkten unter dem Büchervorrath das Neue Testament. Sofort riefen sie: »O, liebe Mutter, dieses schöne Buch möchten wir haben, kauf' cs uns, wir wollen gern vom Herrn Jesu lesen!« Verwundert frug sie die Mutter, warum sie von Jesu etwas lesen wollten, und erhielt die Antwort: »Weil er sagt: Kommt her zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen

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