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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 9-10 (1882) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
9-10 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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159 welchem wir, gehoben durch das Bewußtsein der Gemeinschaft, fürbittend an das Heil Israels denken, dieses Erlanger Kränzchen einzuschließen, daß Gott zu dem Anfänge gesegneten Fortgang gebe.. Die durch den Universitätswechsel Vieler gelichtete Zahl der Theilnehmcr unseres Leipziger studentischen Judenmissionskreises hob sich im Beginn des S.-S. 1882 auf. 32. Es ist eine freundliche Fügung Gottes, daß Er uns wieder eine über Hoffen große Anzahl warmer Jünglingsherzen zugeführt hat, in denen mitten in unserer kalten, von einem sich von berechtigtem Unmuth leider so vielfach zu vor Gottes Wort unberechtigtem Haß steigerndem Antisemitismus durchwehten Zeit Liebe zu Israels Heil erwacht ist und die entschlossen sind, sie mit der That zu üben, trotz des Spottes ungläubiger Heidenchristen und trotz der Entartung der Masse des jüdischen Volkes, die diese Liebe zu der Perle christlicher Tugenden, der Liebe gegen die Feinde erschwert, aber auch verkostbart. Im Privatissimum erklärte Herr Professor Delitzsch dieses Semester die Mischna Joma nach dem Texte in der von Dr. S. Bär herausgegebenen Blütenlese Leket Zebi. Wie sehr das Interesse an dem Rabbinischen gewachsen ist, kann mau daran ersehen, daß auch die Repetitionsstunde auf das Privatissimum eifrigst besucht wird. Am 8. Mai 1882 hatten wir die Freude, Herrn Kaufmann Hermann Löwenthal aus Kassel, den Freund und Förderer des syrischen Waisenhauses in Jerusalem, unter uns zu sehen, der qus seinem Aufenthalte im heiligen Lande anziehend erzählte. Schöne und liebliche Stunden hat unser „Institutum Judaicum“, wie Einige das Kränzchen gern nach seinem Vorbilde in Halle nennen, in seinem zweiten Lebensjahre uns gebracht. Wir befehlen cs ferner in Gottes Hut und bitten dringend und herzlichst seine alten Mitglieder, sowie alle seine Freunde, treulich mit uns den HErrn zu bitten, daß Er diesen Kreis ferner segnen und schirmen möge. O daß doch die alte Liebe zu Israel wieder erwachte, die in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts viele Christen beseelte, und daß unser Kränzchen ein, wenn auch schwaches Nachbild jenes alten herrlichen „Institutum Judaicum" werden möchte, das, von dem Gebetsgeiste eines A. H. Francke und vieler anderer Gottesmänner getragen, nach und nach zwanzig Theologen

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