Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 9-10 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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155 Der nächste Ort war Gawla, der Weg dahin. war mit Felsblöcken und Dornen förmlich besäet. »Aber die Falnschas, die wir dort trafen, sind noch schlimmer als der Weg, der zu ihrem Dorfe führt. Sie verweigerten es, uns zu hören und uns auch nur eine Wohnung zu geben.« Ohne einem Einzigen das Wort Gottes verkündigt zu haben, mußten die Missionare den entsetzlichen Weg wieder zurück, voll Trauer in ihren Herzen. In Baskira missionirend, erhielten die Beiden die Nachricht, daß in ihre Häuser zu Dagusa Soldaten einquartiert worden seien. Voller Sorge dachten sie an ihre Frauen und Kinder, erinnerten sich aber auch an das Wort des Heilandes: »Wer Vater oder Mutter mehr liebt, denn mich, der ist meiner nicht werth«, und fanden in demselben Trost. Im Dorfe Abca fanden sie eine große Anzahl Falascha- Priester und Debteras, die hier leben. Am Tage der Ankunft der Missionare war gerade ein großes Opferfest, zu dem sich viele Falaschas versammelt hatten. Die Missionare nannten ihnen den Zweck ihrer Ankunft, erhielten aber die Antwort von den Priestern, daß sie jetzt keine Zeit hätten, sondern sich nun nach dem Opfern zu Tische setzen wollten, um das zu verzehren, was ihnen der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs gegeben hätte. »Kommt später.« Um 3 Uhr gingen die Missionare also wieder zu ihnen, und nun gab es ein ernstes Gespräch. Am Abend sagten sie ihnen, daß sie* den nächsten Morgen wiedcrkommen möchten, ihre Antwort zu hören. Diese lautete alsdann: »Wir wollen nicht an Jesum glauben und Christen werden; deshalb wünschen wir nicht, euch wieder zu hören. Wir bleiben, was unsere Väter gewesen sind; wenn sie ohne Christum nicht gerettet worden sind, wollen wir es auch nicht werden.« Mit diesen Worten entfernten sie sich und ließen die Missionare stehen. Erklärlich ist das Verhalten dieser Priester, die es doch gar zu sehr an den Tag gelegt haben, daß sie die Wahrheit des alttestamentlichen Zeugnisses, wie sie dasselbe von den Missionaren gehört hatten, nicht zu widerlegen vermochten. Sie wollen es ans . Selbstsucht nicht, daß ihr Volk zur Erkenutniß komme. Denn wäre dies der Fall, dann würden sie nicht mehr die Erstgeburt der Rinder, Schafe u. s. w. erhalten und ihr Ansehen verlieren. Deshalb bieten sie Alles auf, ihre Stellung zu behalten, und haben