Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 9-10 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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154 waren sie nach Arama Gabriel missionirend gegangen; und da sie auf einem Teppiche unter einem Baume Platz nahmen, versammelten sich viele Falaschas, Junge und Alte um sie, die ihrem Zeugnisse eifrig zuhörten. Am 25. Februar 1882 aber verließen sie dann ihre Heimath Tschamara, um eben das Land Quora aufzusuchen, wobei sie zwei Eselslasten Schriften Mitnahmen. Sie stiegen in das Tiefland (Kola) hinunter und gelangten zu dem abessinischen Kloster Mahabre Selassie; nahe demselben im Dorfe Tschaba übernachteten sie. In dieser Gegend leben Hunderte von abessinischen Einsiedlern, die ihre Zeit mit Beten, Psalmenaufsagen und Bestellung des Landes zubringen. Frauen dürfen ihnen nicht nahen, und sind diese Leute voll Stolzes auf ihre eigene Gerechtigkeit. Ein harter dreitägiger Marsch führte die Missionare alsdann durch eine Wildniß, die voll von Elephanten und Büffeln war, aber sie durften dieselbe ungefährdet durchschreiten. Unter entsetzlicher Hitze ging es dann bergauf bergab weiter bis in das Gebiet von Quora. Unterwegs predigten sie den Falaschas, die ihnen willig zuhörten und ihnen Freundlichkeiten erwiesen. Am 6. Tage erreichten sie Wofta, die Hauptstadt von Quora. Sie baten hier den Gouverneur um die Erlaubniß, den Falaschas das Wort Gottes predigen zu dürfen. Anfangs verweigerte dieser ihnen dasselbe; als sie sich aber auf die, königliche Erlaubniß beriefen und ihm erklärten, daß sie nicht mit Gewalt, sondern eben nur mit Predigen Vorgehen wollten, gewährte er ihre Bitte. Die Falaschas, welche in Wofta zahlreich wohnen, verweigerten den Missionaren das Gehör, und diejenigen, welche mit denselben sprechen würden, bedrohten sie mit Exkommunikation. Sie baten selbst den Gouverneur, die Beiden als Verführer zu vertreiben, hatten aber damit keinen Erfolg. Nur mit zwei Falaschas gelang es ein religiöses Gespräch anzuknüpfen und ihnen Bücher zu hinterlassen. An den nächsten Orten fanden sie in den folgenden Tagen bessere Aufnahme. In Geergy wurden die Falaschas ganz bestürzt über das Vernommene und äußerten sich: »Wir sind unwissend im „großen Buch". Was ihr uns erzählt habt, ist ganz verschieden von dem, was unsere Priester uns erzählen. Wem sollen wir glauben? Wenn sie uns den falschen Weg führen, haben sie es für uns zu verantworten.«