Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 9-10 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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151 In den nächsten 7 Falaschadörfern wurden sie gut ausgenommen und durften daselbst 16 Tage lang das Evangelium verkündigen. Ein adliger reicher Falascha in Barda erzählte ihnen, daß er seit langer Zeit keine innere Ruhe und Frieden finde und wohl merke, das werde erst geschehn, wenn er die heilige Taufe empfinge. Aber aus Furcht vor den Mönchen und den DebteraS, die ihn verfluchen und verbannen würden, wage er nicht diesen Schritt zu thun. Ein Falascha in Jsmala hingegen fühlte sich vor zwei Jahren, ohne daß er einen Lehrer oder Prediger gehabt hätte, so lange in seinem Innern zur Taufe gedrängt, bis er nachgab und ein Christ wurde. Fälle dieser Art aber stehen in jenem Gebiete nicht vereinzelt da. Auf die Nachricht, daß auch jenseits des Abai (blauen Nils) Falaschas sich angesiedelt hätten, richteten die Missionare, vom Bruder des Debtera Seru begleitet, ihre Schritte dorthin und kamen nach dreitägigem Marsche in jenes Gebiet. In der Nacht aber verloren sie ihre Esel und mußten dieselben nun einen ganzen Tag suchen; erst gegen Abend wurden sie gefunden. Beim Abschiede wurden sie vor den Leuten in der Provinz Mätscha als vor Räubern und Mördern gewarnt. Dennoch zogen sie dorthin und gelangten zum Nil, der dort bereits viel breiter als der Rhein in Deutschland und von Wäldern umsäumt ist. In jener Gegend war Flad vor 19 Jahren gewesen, und noch wurden daselbst unter Falaschas wie unter Christen viele Bibeln gefunden, welche die Leute vor Flads und Sterns Gefangenschaft erhalten hatten, während andere heilige Schriften und Traktate im Besitze jener Leute als Geschenke, die sie von Flad in Matama 1870 erhalten hätten, bezeichnet wurden. Das Herzbüchlein besonders ist dort Vielen zum Segen geworden und hat zur Bekehrung Mancher geführt. In einem Dorfe Asirta fanden die Missionare einen 74 Jahr alten Greis, der vor 4 Jahren die Taufe empfangen hatte und sich nun dieses Besuches von Herzen freute. Die übrigens nicht sehr zahlreichen Falascha in der Provinz Mätscha treiben kein Handwerk, wie es doch sonst unter ihnen die Sitte ist, sondern nähren sich meist von Diebstahl und Raub. In Banden ziehen sie in das nahe Gallaland und plündern das arme Volk daselbst aus. Unter ihnen herrscht auch die Sitte,