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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 9-10 (1882) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
9-10 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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147 hatte, oder wiesen ihn mit harten Worten ab. Häufig schalt man ihn einen Verführer, einen Ketzer u. s. w., oder man schlug nach ihm, und er entrann nur schwer den ärgsten Mißhandlungen. Aber der Regel nach hörte man ihm willig zu, und nicht selten drängten sich die Juden förmlich, seine Worte zu hören, und stritten sich Junge wie Alte um die von ihm ausgethcilten Schriften. »Er redet nicht viel,« bekannte von ihm einmal ein Jude, »aber er zieht mit einem Male den Sack an.« Sein hebräisches und rabbinisches Wissen machte zugleich einen großen Eindruck auf die Juden und verstärkte die Kraft seines Zeugnisses. So redete ihn einmal ein Rabbiner unwillig an: »Wenn ein gemeiner und ungelehrter Jude sich taufen läßt, so ist das nicht soviel; aber ein solcher als Ihr und Rabbi Jochanan (der Name, welchen die Juden selbst dem Missionar Widmann gegeben hatten) seid doch so gelehrt, daß Ihr wissen könnt, was recht und unrecht ist; das wundert mich, daß Ihr Euch habt taufen lassen.« Und M. hatte Noth, diesen Rabbiner es glauben zu machen, daß beide Missionare von christlicher Abstammung seien. Aber auch direkte Erfolge seiner Wirksamkeit sind mehrfach zur Kcnntniß gekommen. Ein Geistlicher schrieb an Prof. Callenberg, daß infolge der mit M. und Widmann gehabten Gespräche ein jüdischer Vater mit seinem Sohne im fränkischen Burg Farrenbach sich habe taufen lassen, außerdem aber ein jüdischer Arzt mit fünf Kindern in Anspach und die Tochter eines jüdischen Vorsängers in derselben Gegend den Unterricht erbeten hätten. Ebenso begehrte ein Judenmädchen aus Breslau nach den mit M. gehabten Unterredungen die Ausnahme in die christliche Kirche. Nach seiner und seines Gefährten Schultz Anwesenheit in Laupheim und Buchau traten daselbst drei Juden zur Kirche über. Bei Callenberg meldete sich ein Rabbiner aus Hessen, welchem die mit M. geführten Gespräche keine Ruhe gelassen hatten, zum Unterricht. Besondere Freude bereitete M. die Taufe eines Rabbi Aaron 1739, mit dem er einen langen und tiefgehenden Verkehr gehabt hatte, und der auch nachher sich bis zu seinem Tode als frommer Christ bewährte. Eine ganze Zahl von Juden aber wurde im Königreich Polen durch die Beiden für das Christenthum gewonnen; in der Stadt Posen traten achtzehn jüdische Haushaltungen über, unter ihnen recht wohlhabende. Unter den Juden war er deshalb gefürchtet und 10

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