Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 9-10 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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144 M. frug nun weiter, ob der Messias wohl schon erschienen sei? Der Rabbi ries aus: »Wer hat das alles gesehn, was mit dem Messias vorgegangen?« M. entgegnete: »Die Zeugen des Neuen Testaments sind ebenso glaubhafte Leute als diejenigen, auf deren Zeugniß sich das Alte gründet. Auch die Bekehrung der Personen am hiesigen Orte, die Ihr selbst ganz fromme Christen genannt habt, ist ein lebendiges Zeugniß, daß diese Lehre von Gott ist; denn diese Leute werden ja nicht zum Teufel, sondern zum lebendigen Gott bekehrt. Aber, wie ehemals die Brüder Josephs es bereut haben, daß sie sich an diesem so schwer versündigt haben, so wird's auch Euch ergehen.« Der Rabbi versprach fleißig zu forschen und der Sache nachzudenken. M. ermahnte ihn, das mit Ernst zu thun nnd Gott nicht den Rücken, sondern das Angesicht zu ihm zu kehren, ihn im Gebet zu suchen und wie David seine und seines Volkes Sünde zu bekennen. Der Rabbi erklärte hierauf wieder, er habe es schon längst geglaubt, daß der Messias leiden und sterben müsse. Als M. ihn aber frug, ob er auch geglaubt habe, daß es an dem Jesus von Nazareth erfüllt worden sei, zuckte er mit den Achseln und äußerte nur, »im Leiblichen habe ihm Gott bisher geholfen, er hoffe, Gott werde ihm auch die Sünde vergeben«. Den Trost benahm ihm M. und schloß darauf mit einem Gebet, in welchem er Gott anrief, daß er sich erbarmen und alle davor bewahren wolle, seine Gnade und den Rath unserer Seligkeit zu verachten. Der Rabbi hörte das Gebet schweigend an und mit dem Versprechen, fortan ernster der Wahrheit nachzuforschcn, verabschiedete er sich dann. Ein anderes Mal sprach M. mit einem Juden über die wahre Bekehrung und beschrieb ihm dieselbe besonders aus dem Propheten Sacharjah: 1) wenn Gott aus lauter Erbarmen dem Sünder aus seinem Wort die Anklage des Satans zu erkennen giebt Sach. 3, 2) daß er nach väterlicher Weise gewandelt, wie es Sach. 1, 4 beschreibt, 3) nicht erkannt hat den Tag der vollkommenen Versöhnung, Kap. 3, 9, 4) sich verlassen hat auf eigene Versöhnung durch Fasten und andere Aufsätze der Väter, Kap. 7, 3,5,9; Kap. 8, 19, 5) daß er nicht zu Herzen genommen, in welchem Stand man leben müsse, wenn man am Messias Theil haben wolle; weil Gott in gewisser Ordnung der Buße und des Glaubens die Seligkeit des Messias verheißen, Kap. 6, 15; 8, 16,