Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 9-10 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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139 Gefangenschaft hat er durch seine Antworten die römischen Priester oft in Verlegenheit gesetzt; und als ein römischer Bischof die Juden zur Lesung der Halle'schen Missionsbüchcr zwingen wollte, mißbilligte er das entschieden. Sein Amt richtete er mit unvergleichlichem Eifer aus. Er ließ sich keine Ruhe in dem Zeugniß des Evangeliums an die Inden. Nach den größten Strapazen im Wirthshause angelangt, sehen wir ihn gewöhnlich sofort unter den Juden. Einmal wollten ihn solche sprechen, als er sich eben zu Tische gesetzt hatte. «Ich bat sie freundlich, sie möchte» nach einer Stunde wiederkommen; sie versprachen es zwar, blieben aber doch aus. Ich werde das künftig nicht wieder thun, sondern nnserm Heiland folgen, welcher sagt: Das ist meine Speise, daß ich thue den Willen meines Vaters — und welcher bei dem Zulauf des Volkes sich oft des Essens enthielt.« Das kennzeichnet de» Mann. Wiederholt wurde der Versuch gemacht, ihn, der an vielen Orten das Missionsinteresse der Christen durch Predigten zu wecken suchte, für das Pfarramt zu gewinnen; aber so lange seine Kräfte es gestatteten, wies er alle derartigen Anerbieten ab. Einem Bürgermeister antwortete er in einem solchen Falle: »Lukas 14, 4. Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verliert, der nicht lasse die 99 in der Wüste und hingche nach dem verlorenen, bis er cs finde? Hochedler Herr! Auf Eure hochedle, liebevolle Zuschrift habe ich, nach angestellter genauer Ueberlegung vor Gott, dieses zu antworten für billig und nöthig erachtet. Zuvörderst danke ich für die Liebe, daß Sie mir von dem sehnlichen Verlangen der sämmtlichen Bürgerschaft haben eine so erfreuliche Nachricht ertheilcn wollen, und preise ich Gott, daß er sein heiliges Wort, welches von mir Unwürdigen in Schwachheit verkündigt worden, also gesegnet hat, daß ein Verlangen nach einem treuen und rechtschaffenen Lehrer bei Ihnen entstanden. Daß aber Sie sammt Andern auf die Gedanken gerathen, mir eine Vokativ» zuzusenden, fließt zwar gleichfalls her ans einer herzlichen Liebe und Fürsorge für die zeitliche Wohlfahrt meiner Person, wofür ich ergebenst danke. Es würde aber doch solches nicht geschehen sein, wenn Sie das, was ich mündlich gesagt, geglaubt und die sämmtlichen Nachrichten von dem Institut des Herrn Prof. Callenberg ganz dnrchgelesen hätten. Sie würden gar leicht erkannt