Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 9-10 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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137 wcnde, so gilt dies eben nur den Juden dieser Stadt, nicht dem ganze» jüdischen Volke; denn er geht hernach wieder zu den Juden in anderen Städten und redet mit ihnen aus der Schrift. Weil eben alle zumal Einer in Christo werden sollen, so muß auch beiden das Evangelium gepredigt werden; denn ohne Predigt des Evangeliums wirkt Gott den Glauben nicht. (Römer 10, 4.) Wie sollen wir also Einem wehren, unter die Juden zu gehen und ihnen zu sagen, wie sie selig werden sollen? »Ueberdem hat Gott mir manche schöne Thür aufgethan, an diesem Volke zu arbeiten, und so gehe ich denn nun durch dieselbe. Ich bin von Gott in ein großes Feld geführt, und ohne wichtige Ursache kann ich aus demselben nicht mehr heraus.« An den Vater seines Kollegen Widmann aber schrieb er: »Ist es ein schweres Werk, Juden zu bekehren, so ist es ein noch schwereres Werk, Juden nicht zu bekehren. Der Juden größte Sünde ist diese mit, daß sie Gottes Werke unter den Völkern nicht verkündigen, sondern zur Schande des Namens Gottes leben bis auf diesen Tag. Wir Christen aber haben den Befehl, unter allen Nationen, Sprachen und Zungen zu bezeugen, daß man Gott fürchten soll.« Seiner Sache sich völlig klar bewußt und mit jedem Jahre seines Berufes froher werdend, durchwanderte dann Manitius missionirend zuerst in Gemeinschaft mit Widmann und seit 1740 mit Stephan Schultz Deutschland, Polen, Böhmen, Dänemark, England, Preußen, Kurland und Rußland. Der Beschwerden, Strapazen und Gefahren, welche dieses Wanderleben, das nur immer von kurzen Ruhepausen unterbrochen war, mit sich brachte, waren ungewöhnlich viele. Auf alle Bequemlichkeiten mußten diese Missionare bei ihren geringen Mitteln völlig verzichten, und nur ihr wahrhaft evangelischer Sinn ließ sie Jahre lang in einer Arbeit ausharren, die weder bei der großen Masse der Juden noch der Christen Anerkennung fand. Nur beispielsweise sei angeführt, daß sie in der zweiten Hälfte des Dezember 1730 mit Schriften hochbepackt im Schneesturm wandern und den Weg verlieren, bis sie endlich einen Mann finden, der sie wieder auf die rechte Straße führt. Wenige Tage darauf brechen sic, es war in Polen, frühmorgens auf und bemerken, daß der Weg, der durch einen Wald führt, völlig ver-. schneit ist. Der Wirth des Gasthauses erbarmt sich ihrer und