Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 9-10 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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136 für die allgemeine Bekehrung der Juden jetzt vielleicht treffen möge, so gebe er zu bedenken, daß dies doch durch Mittel und Werkzeuge, insbesondere also durch die Verkündigung seines Wortes unter den Juden geschehn werde, und zu solcher habe er, Manitius, sich eben eingestellt. Die Behauptung aber, daß gegenwärtig unter den Inden noch wenig auszurichten sei, wäre doch eine recht gewagte, ehe man nicht den Versuch gemacht habe, ob die Juden das Evangelium zu hören bereit seien oder nicht. Er selbst behaupte aus seiner Erfahrung mit Sig. Hosmann, daß wohl etwas auszurichten sei, wenn man nur mit Gebet für die Juden und mit der Erweisung des Geistes und der Kraft bei ihnen aushielte. »Ein Christ aber sieht es ja schon für etwas an, wenn auch nur einige Seelen aus einem Volke errettet und zum Leben des Glaubens gebracht werden.« Sollte er in der Thal jedoch lediglich zur Vorbereitung eines späteren Werkes berufen sein, dann müsse er wieder bekennen: Same könne ja in einen Acker nur eingestreut werden, wenn jener für denselben zubereitet, gereinigt, gepflügt und geeggt worden sei. Die Juden aber sollen uns am Tage des Gerichtes nicht beschuldigen dürfen, wir Christen hätten ihnen den Glauben an den Messias nicht vorgehalten. Ebenso wenig wolle der Einwurf besagen, daß noch unter den Christen genug zu thun sei, und man den daselbst von Gott bescherten Segen nicht liegen lassen dürfe. Denn freilich, die Christen solle man nicht lassen und versäumen; aber es seien mancherlei Gaben und Aemter, die alle verwaltet sein wollten. Christus betet noch für die ihn Kreuzigenden um Vergebung, und ebenso gilt es auch jetzt, um die Errettung des armen Volkes der Juden bekümmert zu sein. Paulus aber nennt das Evangelium gar eine Kraft Gottes, die Juden »vornehmlich« selig zu machen. Auch sagt das Neue Testament, Gott wolle, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntniß der Wahrheit kommen. Alle beide, Juden und Heiden, das stellt ferner der Apostel fest, haben durch Christum in einem Geiste Zugang zum Vater, und die Kirche ist einst von den Aposteln sowohl als von ihren Nachfolgern aus Juden und Heiden gesammelt worden. Wenn aber Paulus den Juden in Antiochia sagt, daß er sich nun, nachdem sie das Wort von sich gestoßen hätten, zu den Heiden