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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 9-10 (1882) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
9-10 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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135 bekannt war, sie auf einige Tage hindurch frei erhielten.« Ihre Erscheinung aber war freilich unter solchen Verhältnissen eine »geringe«; und im Braunschweigischen konnte es Manitius begegnen, daß ihm ein Soldat nachgeschickt wurde, der ihn «»halten sollte, sogleich »ach genossenem Mittagbrot die Stadt zu verlassen; denn man fürchtete, er werde sonst in derselben betteln. Seinem älteren Gefährten Widmann ließ Manitius auf den Reisen willig den Vorrang. Der Ernst und die Tüchtigkeit desselben im Missionsberufe machten auf ihn einen großen Eindruck, und er war dankbar bemüht, von demselben zu lernen. Aber es war in Widmann doch auch etwas Schwärmerisches, und Manitius war gesund genug, sich hiervon nicht gefangen nehmen zu lassen. Bei aller Hochschätzung für den Genossen verlor er das nüchterne Urtheil über denselben nicht und ergänzte denselben, der große Gaben besaß, durch seine einfache, gehaltene Frömmigkeit in gesundester Weise. Die allgemeine Misfionsanfgabe für die Kirche und die Pflichten seines besonderen Berufes standen ihm klar vor Augen. Nach dem ersten Jahre seiner Reise darum ersucht, die Stelle eines Hauslehrers in einer trefflichen Familie anzunehmen, lehnte er dieses Anerbieten ab und erklärte sich bei dieser Gelegenheit den Bedenken gegenüber, die in dem Briefe, welcher jenen Vorschlag enthielt, gegen die Missionsthätigkeit unter den Juden ausgesprochen waren, recht ausführlich. Seine Ausführungen aber mögen hier um so mehr eine Stelle finden, als sie vielfach auch noch für unsere Zeit zutrcffen. Die Art und Weise, wie er zum Missionsamte gekommen war, erschien ihm dem Rufe ähnlich, den Paulus empfing, als ihm ein Mann aus Macedonien im Gesichte erschien und seine Hilfe erbat. Das Bedenken, daß die allgemeine Judenbekehrung noch nicht so nahe, und die Juden einstweilen noch zu verstockt seien, beseitigte er einfach mit dem Zeugniß, daß die Pflicht der Liebe und der Zurechtweisung von Irrenden zu keiner Zeit versäumt werden dürfe. Ueberdem solle man nicht so schnell eine allgemeine Verstockung der Juden behaupten, ehe man ihnen nicht und zwar den einzelnen in ihrer Muttersprache »das theure Evangelium deutlich, liebreich, gründlich, überzeugend und anhaltend vorgehalten habe«. Schreibe man ihm ferner, daß Gott allerdings Vorbereitungen

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