Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 9-10 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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134 Am 16. November 1730 nun begab sich Widmann wieder auf Missionsreisen, diesmal von Manitius begleitet, in dem die Erzählungen von den Erfahrungen, die Widmann auf seinen früheren Reisen unter den Juden gemacht hatte, den lebhaften Wunsch erweckten, fortan auf die gleiche Weise die Sache des Evangeliums unter den Zerstreuten zu fördern. Nach vierzehntägigem Ueberlegen und Gebet entschloß sich dann Mauitius mit Widmann vereint, wenn auch zunächst nur auf kurze Zeit, zu reisen und die ihm noch gcbtiebeiien Mittel hierfür zu verwenden. Callenberg versprach denselben, sie aus ihren Reisen mit einigem Gelde zu unterstützen; aber der Vorschlag, diese Reise anzutreten, war nicht von ihm ausgegaugen, sondern der Entschluß zu derselben in beiden jungen Männern selbstständig erwacht. Doch dauerte es dann nicht lange, so übernahm Prof. Callenberg völlig die Leitung der Reisen und der Missionare. Der Professor beruhigte denn auch den Vater des Manitius über dessen Unternehmen. Der Sohn hatte demselben über seine Reise nichts mitgetheilt, weil er zuerst nur auf 14 Tage Widmann begleiten wollte, um zu sehn, ob er dann noch weiter das Vertrauen gewinnen würde, mit letzterem zu wandern. Inzwischen aber war zu seinem Vater die seltsame Nachricht gelangt, daß er mit einem getauften Juden nach Polen gegangen sei, um dort selbst Jude zu werden. Callenbergs Brief hatte zur Folge, daß der Vater Manitius sich sehr bald mit dem Vorhaben seines Sohnes einverstanden erklärte. Mit 600 Stück der Büchlein des Instituts machten sich nun die Beiden auf den Weg; aber ärmlich genug wurden sie für ihre eigene Person ausgestattet. Manitius, der aus sehr guten häuslichen Verhältnissen war, mußte sich, ebenso wie sein Gefährte, wöchentlich an dem Gehalt von einem Gulden 2 Mark genügen lassen; und auch, als dasselbe hernach allmählich gesteigert wurde, belief es sich niemals höher als wöchentlich 4 Mk. oder 4 Mk. 25 Pf; für Reisekleidung wurden das Jahr über 9 bis 12 Mk. gewährt. Der Bericht sagt: »Mit diesem Gehalt mußten sie alles, was zu ihrem Unterhalt nöthig war, bestreiten. Doch kamen sie damit durch, weil sie ihre Reisen meistentheils zu Fuß verrichteten, in geringer Gestalt eiuhergingen und daher von den Gastwirthen selten übertheuert wurden. Nächstdem fanden sich auch wohl mildthätige Personen, die, wenn ihnen der Zweck der Reise