Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 9-10 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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133 wurde von dem Gegenstände unter allen am Tiefsten angezogen. — Infolge der hier empfangenen Anregungen reichte er sogar bei Prof. Callenberg eine Vorstellung ein, die er an die übrige Studentenschaft richten wollte, und in welcher er dieselbe ermahnte, die jüdisch-deutschen und rabbinischen Vorlesungen jenes Lehrers zu besuchen, um dann auch an ihrem Theile etwas zur Bekehrung der Juden beitragen zu können. Nach Genehmigung des Schriftstücks durch Callenberg wurde dasselbe denn auch unter den Studenten veröffentlicht. Der Erfolg war, daß sich sofort 21 Studenten zu den betreffenden Vorlesungen Callenbergs meldeten. Auf Veranlassung von M. versammelten sich alsdann aber auch einige Studenten an jedem Mittwoch, um sich im Jüdischdeutschen weiter zu üben und zugleich »Gott im Gebete anzurufen, daß er zu den das Heil des jüdischen Volks znm Zweck habenden Bemühungen ferner seinen Segen verleihen wolle«. Nicht minder aber ließ sich M. die Sammlung von Liebesgaben für das Werk im Kreise der Studirenden angelegen sein. 1730 war seine Studienzeit beendigt, er wurde Predigtamts- Kandidat und sollte nun Adjunkt seines Vaters im Pfarramt werden. Da, es war im Oktober des Jahres, stellte sich in Halle bei Callenberg ei» Würtembergischer Magister Widmann ein, welcher aus eigenem Antriebe bereits zwei Jahre hindurch missionirend unter den Inden besonders in Oesterreich, Ungarn und Polen umhergezogen war und dann in Wien von Freunden der Callenbergschen Sache Schriften jenes Instituts, welche also schon bis dahin gelangt waren, empfangen hatte, um dieselben unter den Juden zu verbreiten. Der in Wien an ihn gerichteten Aufforderung, sich doch nach Halle zu begeben und sich mit dem bereits in der Judenmission arbeitenden Prof. Callenberg iu Verbindung zu setzen, folgte Widmann und erschien so bei demselben. Wiederholt besuchte er den Professor und erbat sich dann von demselben Schriften aus seinem Institut, die er auf seinen Reisen unter den Juden verbreiten zu wollen erklärte. Prof. Callenberg erfüllte seinen Wunsch, nachdem er durch Manitius über denselben gute Auskunft erhalten hatte. Bei diesem hatte er nämlich Widmann, um sich über die Persönlichkeit desselben nähere Auskunft zu verschaffen, einlogirt und dann nur gute Urtheile über den Genannten gehört. 9*