Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 7-8 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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109 Tage beim Hauptgottcsdicnste bekannte eine Schaar von acht Seelen ans Israel ihren Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Heiland und wurde durch die heilige Taufe im Namen des dreicinigen Gottes in die Gemeinschaft der Kirche Christi aufgenommen. — Indem wir in kurzen Zügen diese Schaar der Neugetauften nach ihrem inner« Lebensgang und ihrer äußeren Stellung den Freunden Israels vorführen, empfehlen wir sie der Liebe und Fürbitte aller Freunde des Reiches Gottes, welche bei der Bitte: „Dein Reich komme!" auch an Israel denken. 1. Unsere siebzehnjährige I., die, bleich vor innerer Bewegung, aber fest, endlich ihren Platz unter den Täuflingen einnehmen durfte. Wie schwer hat das arme Mädchen es gehabt, wie mancher Angriff von Seiten ihrer Eltern, Verwandten und Glaubensgenossen richtete sich gegen sie und ihre Freunde, — Gott hat sie aber gnädig geschirmt. — Der HErr schenke ihr Treue bis in den Tod. 2. S., ein junger Kaufmann aus Riga, den die Juden durch ihre rohe Behandlung und Mißhandlung von sich gestoßen haben. Acht Monate lang wurde er in den Wahrheiten des Christenthnms unterrichtet und verlangte von der Mission keinen Kopeken, und solches ist immer ein Beweis, daß es den Israeliten mit dem Christenthum Ernst ist. 3. B., ein liebenswürdiger Jüngling mit deutscher Bildung, der ebenfalls von der Mission nicht mehr verlangte, als Unterricht in den Heilswahrheiten des Evangeliums. Er ist Goldschmied und erwirbt sich sein tägliches Brot durch seiner Hände Arbeit. — Derselbe besuchte in seiner Kindheit in Königsberg eine christliche Schule, wo der Same des göttlichen Wortes bei ihm auf fruchtbaren Boden fiel. — Seine dankbare Freude, nun endlich das Ziel erreicht zu haben, war sehr groß. 4. —7. F., ein gelehrter Talmudist aus Kowno, der mit seiner Frau und seinen beiden Söhnchen die heilige Taufe empfing. Die ministerielle Erlaubniß zur Taufe dieses Mannes war zwar schon vom 28. November 1881 datirt, aber er bat, auf seine Frau warten zu dürfen. Diese war, wie die meisten hebräischen Frauen, vollkommen vernachlässigt, elternlos, bei Verwandten erzogen und wollte nun dem Mann in seinem neuen Glauben folgen, vertrauend, er würde nach Moses und den Propheten sich richten und