Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 7-8 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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- Minsk 1× ep/1000754
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110 nicht gegen Gottes Gebot handeln. Mit immer wachsender Lnst lernte sie die biblische Geschichte und den Katechismus; sie dachte und lebte sich in's Christenthnm hinein und freute sich in bcift Gedanke», daß ihre Kleinen nun ganz im Christenthnm anfwachsen sollten. — Und die Kinder, — die lieben blonden Knabe», Isaak, Z'/s Jahre, und Bernhard, 1% Jahre alt, — wie waren sie so still und artig, während man fürchtete, der Jüngste würde mitsprechen und mitsingen wollen, wie er es sonst bei den Hausandachtcn im Asyl gethan hatte. 8. H., ein gelehrter Hebräer ans Minsk, der dem HErrn cininal aus der Schule gelaufen war, aber demüthig wieder zurückgekehrt ist. Er mußte ebenfalls 9 bis 10 Monate auf die heilige Taufe warten, bis er sein Ziel erreicht hatte. Nun soll er seine jüdische Gelehrsamkeit an's Kreuz hängen und Buchbinder werden, aber das wird dem alten Adam schwer. Gott helfe ihm, dieses Vornrtheil gegen das Handwerk zu überwinden nach dem Vorbilde des großen Pharisäers, der sich sein Brot durch seiner Hände Arbeit erwarb, um den Gemeinden nicht zur Last zu fallen. Die Kunde davon, daß eine Schaar von acht Seelen dem HErrn durch die heilige Taufe zugeführt werden sollte, hatte sich bald in weiteren Kreisen verbreitet, und lange vor dem Beginne des Gottesdienstes hatte sich der Altarraum mit Freunden und Zuschauern gefüllt, dann trat der livländische Generalsuperintendcnt an den Altar, administrirte die gewöhnliche Festliturgie, verlas die Epistel des zweiten Ostertages und forderte die Täuflinge und die Pathen auf, sich um den Altar zu versammeln. Er knüpfte an die Epistel und an das Evangelium des Tages an, stellte den gnadenhungrigen Seelen in schlichter, aber eindringlicher Weise vor, wie der HErr derselbe Jesus von Nazareth sei, den die Juden gekreuzigt haben. — „Der HErr ist aber wieder auferstanden, und Ihr wißt's und glaubt's, daß er Euer HErr ist. — Lange schon, ehe Ihr Ihn kanntet, ist Er mit Euch gewandelt; Ihr wißt nicht, wo Ihr Ihn zuerst gesehen. — Jesus legte seinen Jüngern die Schrift aus; auch Euch ist im Taufuntericht die heilige Schrift Alten und Neuen Testaments erklärt worden; jetzt, da Ihr Ihn erkannt, habt Ihr zu bitten: „HErr, bleibe bei uns!" und Euer ganzes Leben soll ein solches Gebet sein." — Besonders glaubenstärkend und erhebend waren den Täuflingen wohl die Schluß-