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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 5-6 (1882) · page 25

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Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
5-6 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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91 den Inden kommt, hat heute noch ihre Giltigkeit; aber kehren wir die Ordnung der Dinge um und sagen wir, daß die Juden die größten Profite des ganzen Jahres dem Sohn der Maria zu verdanken haben. Manches schöne Mädchen wird glücklich gemacht durch orientalische Schmncksnchen, wenn der Geburtstag des Sanftmüthigen und Demüthigen, der unter Eseln und dergleichen geboren wurde, aubricht. Es ist übrigens weit besser, den Christtag zu habe» als die Pocken, und wenn sich die Jungfrau nur dazu verstanden hätte, uns noch einen Buben im Sommer zu bcscheercn, so daß wir zwei Christtage hätten, so hätte ich ihr gern unfern Chinesen überlassen." Im Interesse des Judenthums läge es, bemerkt hierzu D., sich in seinen Herabsetzungen und Anschuldigungen des Christenthums etwas zu müßigen, um nicht durch maßloses jüdisches Selbstgefühl christliches Selbstgefühl ans allznharte Proben zu stellen und eine» Religionskrieg mit fleischlichen Waffen heraufzubeschwörcn, welchen die Jünger Christi, der sich lieber verblutete, als sich in blutigem Kampfe vertheidigen zu lassen, nicht nur als großes Unglück, sondern auch als große Sünde verabscheuen. Aber gesetzt auch, daß kluge und edle Mäßigung die Kluft weniger fühlbar machte, sie bliebe doch unausgefüllt. Der einzige Weg, sie auszufüllen oder doch ihre Ausfüllung anzubahnen, ist wechselseitiger Gedankenaustausch, bei welchem das alttestamentliche Gotteswort als gemeinsame Grundlage anerkannt wird. Unterdeß trösten wir uns dessen, daß die jüdische Presse nicht das jüdische Volk ist, und daß es Viele in diesem giebt, welche höher und edler von Jesu denken als die Zeitungen. Leider haben diese in der verneinenden Richtung christlicher Wissenschaft und an dem Unglauben, welcher in der Christenheit überhandnimmt, einen starken Rückhalt. Desto unvergeßlicher ist D. das Wort, welches ein jüdischer Prediger ihm einst zurief: „Seien Sie versichert, daß dieser Jesus, wenn ihn die Christen von sich stoßen, zuletzt bei uns Aufnahme finden wird!" Mit einem Friedensrath an die Juden, sich in ihrem Aburtheilen zu mäßigen, will dann Professor D. in einem letzten Abschnittcschlicßen. Das Judenthum ist geringer als das Christenthum, das bezeugt D. init allem Ernst wahrhaftiger Liebe den Juden. Alle stolzen Machtsprüche der Inden können an der Thatsache nichts

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