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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 5-6 (1882) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
5-6 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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88 es nun doch, das kennzeichnet aber die heutige Gegenwart unter den Juden, in blind leidenschaftlicher Bekämpfung des Christenthums alle» andern zuvorgethan hat. Hier wird z. B. der Weihnachtsbaum als ein Stück Afchera- Kultus bezeichnet, d. h. der Gebrauch desselben mit der unzüchtigen und schmutzigen Verehrung der Astarte ans eine Stufe gestellt. Vom Apostel Paulus wird erzählt, daß er sich in der Zeit, wo er noch Jude war, als Spion der Römer in das Sicbenerkollegium, dessen Präsident Gamaliel war, eingcschlichen habe und entlarvt worden sei. Aus Rache sei er. dann in's christliche Lager übcrgelaufen, um später unter der allerchristlichsten Maske seinem geschwornen Hasse wider Juden und Judenthum freien Lauf zu lassen und so das — allein für den Zweck der Vernichtung der Juden ersonnene — Heidenchristenthum zu predigen. Or. Wise aber schreibt: „Paulus stand mit den Aposteln in Palästina auf gespanntem Fuße, weil er sich die Einnahmen, die er von den durch ihn gestifteten Gemeinden hatte, nicht schmälern lassen wollte". Doch selbst vor der Schmähung der Person Jesu bebt man jüdischerseits, obwohl man mitten in der Christenheit lebt, nicht zurück. Rabbiner Bloch schreibt über ein Wunder des Heilandes: „Ein noch größeres Kunststück bewies bekanntlich Jesus, welcher mit Speichel gar einen Blindgebornen geheilt haben soll". Und doch ist das noch nicht der Gipfel der Gemeinheit. Rabbiner Dr. Duschak in Krakau sucht die schmutzigen Fabeln des Talmud noch zu erweitern und bemerkt dabei unter anderm: „Bekanntlich wirst auch Renan Jesu vor, daß er am liebsten mit dem schönen Geschlecht Umgang pflegte". Ja, noch mehr. Der Talmud läßt Jesum und Bileam in der Hölle in (man kann es nicht niederschreiben, weil die gotteslästerliche Niedertracht zu groß ist) .... gekocht werden. Der jüdische Dr. Josef Stier aber nennt dies noch im vorigen Jahre „einen nicht übelzunehmenden Akt der Nothwehr gegen den Stifter der christlichen Religion", und fügt dann über unfern Heiland hinzu: „Anfangs war er wie Bileam Traumdenter, später Wahrsager, zuletzt Prophet". D. bemerkt hierzu: „Wir Christen werden also als betrogene Anhänger eines in Selbstbetrug gefangenen andern Bileam angesehen, und so frägt es sich mit Recht: Ist bei dieser Spannung des Gegensatzes ein erträgliches Zusammenleben der Bekenner der zwei Religionen möglich?"

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