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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 5-6 (1882) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
5-6 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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87 Allerdings aber nicht über die ganze jüdische Presse will jener Jsraclsfrcnnd sein Urtheil aussprechcn, sondern nur über das, was in seinen Gesichtskreis getreten ist, ohne jedoch auch hier auf Alle übertragen zu wollen, was vielen Einzelnen gilt. „Die wahre Jsraelslicbe aber, welche geistlicher Art ist, vermag auch dem Einblick in den tiefen Abgrund jüdischer Christusfeindschaft Stand zu halten." Jener Zeitgeist, so fährt nun D. fort, welcher größtentheils unsere Tagesprcssc beseelt, ist nicht vom Judenthum, sondern von dem von sich selbst abgefallenen Christenthum ausgegangen. Verjudct darf man aber allerdings darum die Tagespresse mit einem gewissen Rechte nennen, weil die Juden die rührigsten Vertheidiger und Verbreiter der modernen Ideen geworden sind und sich auch als solche verrathen, sobald sich ihr nationales Selbstbewußtsein verletzt fühlt. D. will jedoch in seinem Schriftchen nur die der Besprechung jüdischer Angelegenheiten gewidmete und auf jüdische Leserkreise berechnete Brochüren- und Zeitschriften-Literatur berücksichtigen. Seine Kenntniß derselben ist sehr groß und auch größer als selbst bei den allermeisten jüdischen Gelehrten. Und nun der Eindruck, den diese Schriften machen. D. erklärt, daß es für ihn immer betrübender und besorgnißerregender gewesen sei, daß er seit etwa einem Jahrzehnt in der jüdischen Tagcsliteratur Besprechungen der Person Jesu und des Christenthums zu lesen bekam, welche nicht verfehlen konnten, auf das christliche Bewußtsein einen ärgernißgebenden, ja empörenden Eindruck zu machen, und das um so mehr, da das deutsche Volk ein christliches ist und an die jüdische Minderheit, die es in sich ausgenommen und mit sich zu gleichen Staatsrechten emporgchobcn, die Forderung dankbarer Anerkennung und zarter Schonung dessen, was ihm heilig ist, zu stellen das Recht hat. Doppelt und dreifach widrig sind solche Anzüglichkeiten und Angriffe, wenn sie von roher Unwissenheit oder sich aufblähender Halbwisserei ausgehen. Diese Selbstüberhebung fordert einen Rückschlag heraus, die Vergeltung ist nun da, und das Böse findet durch Böses seine Strafe. D. geht nun näher auf Artikel des jüdischen Literaturblattes von Rabbiner Dr. Rahmer ein, eines Blattes, das den Frieden zwischen den verschiedenen jüdischen Parteien vermitteln will, am allerwenigsten also einen strengen Standpunkt einnimmt, und das

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