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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 5-6 (1882) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
5-6 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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81 Wesens ist, so haben sie auch einen rein religiösen und humanen Charakter. Betrachten wir z. B. Weihnachten. Es ist das Geburtsfest dessen, welcher der Menschheit das Evangelium der Liebe gebracht hat, des edlen Lehrers und Märtyrers der Wahrheit, der allen Völkern die Botschaft des Heils verkündigte, des leutseligen Menschen- und Armenfreundcs, des Trösters der Mühseligen und Beladenen, der Lichtgcstalt voll Harmonie und Ebenmaß; das Geburtsfest des Stifters des Christenthums, das den Segen der Civilisation ans Erden verbreitete und noch immer verbreitet; das Geburtssest dessen, der Millionen von Mensche» der Erlöser war und ist, der sie erlöst von dem Weh des Daseins, von der Last des Schuldbewußtseins, vom Fluch der Sünde, dessen Bild und Namen für Millionen eine unversiegbare Quelle von Trost und Glückseligkeit geworden ist, in dessen Liebe sie selig gelebt haben und selig entschlafen sind. Auch den Freigesinnten ist das Wort: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen" keine inhaltsleere Formel. Nachdem dieser jüdische Verfasser ein solches Bekenntniß von Christo, das wir wörtlich mitgetheilt haben, gethan hat, kommt er auf die Religiöse Kindererziehung zu sprechen. Hier beklagt er nun, daß die jüdischen Kinder den Gottesdienst besuchen sollen und dessen Sprache, das Hebräische, doch nicht verstehen; während im ganzen übrige» Leben der heutigen Juden ein solcher Zwiespalt zwischen dem, was ihr öffentlich gelehrtes Rcligionsgesetz gebietet, und dem, was die häusliche Praxis zeigt, herrscht, daß der religiöse Sinn dadurch eben in der gegenwärtigen jüdischen Generation sehr untergraben erscheint. Und nun gar Tod und Begräbniß im Judcnthum und im Christenthum! Bei unseren jüdischen Begräbnissen, so schreibt der Verfasser, scheint Alles darauf berechnet zu sein, die Trauer recht grell zum Ausdruck zu bringen, den natürlichen Schmerz möglichst noch zu steigern und eine dumpf verzweislungsvolle Stimmung zu erzeugen. Im Christenthnm dagegen sucht man die Trauer in sanfte Wehmuth aufzulösen, den trösten-

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