Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 5-6 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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71 Agasche suchte und fand Jesum den Messias, seinen Heiland und Seligmachcr. Er wurde auf die Taufe vorbereitet und konnte am 21. Juli 1862 mit anderen 21 erwachsenen Falaschas getauft werden. — Den Tag vor seiner Taufe hatte er noch eine harte Probe zu bestehen. Ein naher Verwandter glaubte ihn durch Mißhandlungen von seinem Vorhaben abbringen zu können; Agasche aber benutzte einen starken Regenschauer und die Dunkelheit der Nacht, sich in's Missionshaus zu flüchten. Er nahm zum ersten Mal an einem christlichen Nachtessen Theil, denn er konnte mit Petrus sagen: Es ist noch nie etwas Unreines durch meinen Mund gegangen. (Speisen und Getränke, von den Christen bereitet, sind für den abess. Juden verunreinigend.) Wie strahlte sein Auge vor Freude während der Abendandacht, der die Bekehrung der Lydia und des Kerkermeisters Ap.-Gesch. 16 zu Grunde gelegt wurde; war es doch für ihn die erste Hausandacht. Von seiner Taufe an war er ein Glied der Familie Flad's, ein strebsamer, fleißiger Schüler, so daß er zu der Hoffnung berechtigte, einmal ein brauchbarer Lehrer unter seinem Volke zu werden. Mit Samani, Aragawi, Johannes und Petras hatte er oft nächtliche Gebetsstundcn, wo die Jünglinge angelegentlich um ihre eigene sowie der Ihrigen Bekehrung Gott anflehten. Einmal wäre er beinahe ertrunken. Auf einer Misstonsreise mußte über den abess. Nil gesetzt werden. Flad und einige seiner abess. Begleiter vertrauten sich dem aus Schilf zusammengebundenen abessinischen Boot an; die Knechte mußten schwimmend mit den Mautthieren und Eseln durch den mächtigen Fluß setzen. Einige, darunter Agasche, wollten von einem User zum andern schwimmen. Flad, die Nilpferde und Krokodile fürchtend, untersagte es ihnen und versprach, ihnen das Boot bald zurückzusenden. Allein noch ehe er glücklich das jenseitige Ufer erreicht, stürzten die Abessinier sich in die Fluthen und Agasche mit ihnen. Er hatte schon die Hälfte zurückgelegt, da wurde er von der Strömung erfaßt und fortgerissen. Seine Kraft versagte, er rang mit dem Tode. Vier kräftige Männer stürzten sich in das Wasser und holten ihn glücklich heraus. Das war eine gute Lektion für seinen Ungehorsam. Demüthig kam er und bat seine Lehrer um Vergebung. Während der 4 '/^jährigen Gefangenschaft hielt er durch alle