Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 5-6 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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69 Umsonst nehmen sie die Leute gern, aber sie wollen oder besser gesagt: sie können nichts dafür bezahlen, denn sie haben kein Geld. Es ist hier wohl noch nie eine solche Nothzeit dagewesen. Auch ich leide großen Mangel dieses Jahr. Mein halbes Gehalt wurde mir entwendet. Noty macht die Abessinier schlecht. Ich sehne mich s ehr nach Br. Aragawis Zurückkunft aus Massua. Missionsreisen. Die umliegenden Falaschadörfer besuchen wir von Zeit zu Zeit, predigen ihnen das Evangelium und suchen sie zu überzeugen, daß ihr Glaube nicht der seligmacheude ist. Der König läßt uns gewähren, er hat unserer Arbeit noch nie ein Hinderniß in den Weg gelegt, aber unser Missionswerk leidet dadurch, daß Debtera Beru und Gobau jetzt ihre Zeit ganz dem Landbau widmen. Taufen. Dennoch konnten durch des HErrn Hilfe in letzter Zeit 4 Erwachsene und 2 Falaschakinder getauft werden. Ich habe den Eindruck von ihnen, daß sie aufrichtige Leute sind, die den HErrn Jesum Christum lieb haben. In Tschagin in der Provinz Alefa unterrichtet einer unserer Proselyten eine große Anzahl Falaschas und hält die Getauften zusammen. Sie, lieber Herr Flad, sollten eben bei uns sein, dann würde Alles gut gehen. Ihr Bote ist vom König Johannes zurückgekommen. Derselbe hat Ihren Brief gelesen und freute sich über die Geschenke. Antwort auf Ihren Brief gab er nicht. So steht es jetzt also mit der Mission in Abessinien. Ein Zusammenhang mit Missionar Flad und der Londoner Gesellschaft findet noch statt, und Zeiten, wo die Arbeit in größerem Umfange wieder ausgenommen werden kann, werden gewiß kommen. Agasche, ein Inlnschamisstonar. Ende der vierziger Jahre wurde Agasche in Dschenda geboren. Als Erstgeborener brachte er viel Freude in die Falaschahütte, welche aber durch den Tod der Mutter bald in tiefes Leid verwandelt wurde. Sein Vater überließ den neugeborenen Sohn zur Erziehung der Großmutter und entschloß sich als Einsiedler dem HErrn zu leben. Unter der treuen Pflege der Greisin wuchs das Knüblein zum kräftigen Jünglinge heran, auf's strengste an- 5*