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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 3-4 (1882) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
3-4 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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01 das einseitige Erwähle» von Berufsartcn, die znm Handel gehören, für unsere Juden mit sich bringt, daß so große Schaaren derselben zuviel Zeit übrig haben, die nun todtgeschlagen werden muß. Der Dämon des Kartenspiels ließ aber alle Versuche, ein ernsteres Gespräch mit diesen Juden hcrbeizuführen, scheitern. Nur ein alter, nicht mitspielender Mann stand treulich Rede und Antwort. Derselbe hatte in seiner Jugend tüchtig Talmud studirt, aber die innere Unzulänglichkeit desselben je länger je mehr erfahren. Als ich ihn deshalb darauf hinwies, daß der ganze Talmud eine grundsätzliche Versündigung gegen das Gebot des Mosaischen Gesetzes, „nichts hinzuzufügen und nichts abzuthun", sei, räumte der Alte das nicht nur ein, sondern fügte auch selbst noch hinzu: „Ja, der Talmud hat uns ruinirt!" „Mich selbst", so fuhr jener Mann fort, „hat immer mehr das Schachern, welches im Talmud mit Gott geschieht, und der Betrug, der dort überall gegen ihn gespielt wird, abgestoßen, und für uns Juden alle ist cs ein Unglück, daß der Talmud so lange die Herrschaft über uns geübt hat." Der Alte erkannte auch an, daß von Anfang an das Evangelium gegen den Talmud Recht gehabt habe, und daß allein durch das Evangelium einmal die Menschheit vereint werden könne — aber sein eigenes Innere hatte allerdings auch der Talmud ruinirt, so daß er sich mit einem solchen Wissen zufrieden gab und den Sünderheiland an sich nicht herantrete» lassen wollte. Dieser Greis freute sich, daß sein Scharfsinn sogleich bei unserem Eintreten in uns Missionare entdeckt hatte, und er nannte unfern Beruf „einen hohen, edlen Beruf", aber nur „eine angenehme Stunde" hatten wir ihm bereitet, nicht mehr. Ach ja, ansgehöhlt hat das pharisäische Jndenthum das arme Herz, daß es gar zu schwer zu einem Gefühl seines Elends kommt! 21. Christus in der Synagoge gepredigt. Flad rief mich dann, um mir die Synagoge zu zeigen. Als wir z» derselben kamen, war sic für das bevorstehende Abendgebet bereits geöffnet. Der Shnagogenviencr sah es au, wie wir dieselbe von außen betrachteten; sic ist ei» interessanter alter Bau und soeben prächtig wieder ausgcbessert. Jener Beamte forderte uns dann auf einzutreten, und wir folgten der Einladung. Die Thüre, welche aus der Vorhalle zum Innern führte, zeigte als

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