Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 3-4 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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60 Menschen die Ewigkeit in das Herz gelegt" und der Kirchenvater Angustin: „Unser Herz ist unruhig, bis es ruhet in Gott". Sehen Sie, von dieser Ewigkeit in uns redet die Bibel, und diese Ewigkeit fordert anch in Ihnen, mein junger Freund, ihr Recht. Sie sind unruhig und Ihre Unruhe verlangt nach Ruhe. Darum hören Sie nun: In unsere Unruhe ist Einer hcreingetreten, der aus der Ewigkeit stammt; das ist der, von dem der Prophet Micha sagt (5, 1): Seine Ausgänge sind aus den Tagen der Ewigkeit her; er heißt Jesus Christus. Unfern Hunger nach Ewigkeit zu stillen, ist er von seinem ewigen Vater her zu uns gekommen, und in seine Ewigkeit will er auch uns hineinziehn. Das ist das Geheimuiß Christi, und eben daher vermag ihn nichts der Menschheit ans dem Herzen zu reißen. Auch Sie gehören zu ihm, ergeben Sie sich ihm bald und Sie werden dieselbe selige Freude am ewigen Leben gewinnen, wie wir beide Missionare, die hier vor Ihnen stehn, sie in Christo schon gegenwärtig besitzen." Jetzt aber standen wir auf. In einer halben Stunde wollte uns der Wagen zur Eisenbahn abholen, und wir hatten noch kein Mittagbrot genossen; in aller Eile wollten wir das jetzt thun. Den Anwesenden war es gar zu leid, daß wir schon aufbrachen, sie wollten uns mit aller Gewalt halten. Beim Herausgehn aber bemerkte ich, daß der alte Herr sich ein Exemplar „Dibre Emeth" eingesteckt hatte. Wir hatten unfern Besuchern unser Versprechen, erst nach eingeholtA höherer Erlaubniß Schriften ihnen zu geben, mitgetheilt, und ich erklärte dem Alten daher, es sei mir nicht erlaubt, ihm dieses Blatt zu geben. Lächelnd wandte er sich jedoch in der Thüre um und sagte nur: „Das Schenken ist Ihnen freilich nicht erlaubt, mir aber das Stehlen!", und so war er verschwunden. Noch nach unserer Rückkehr vom Mittagstisch fanden wir Juden vor, die Abschied nehmen wollten und sich das Versprechen, bald wiedcrzukommen, erbaten; sie hielten auch bis zum letzten Augenblicke aus und mit fast gerührtem Herzen sahen sie uns von dannen ziehen. 20. „Der Talmud hat uus ruinirt." Die Juden der nächsten Stadt fanden wir ganz im Kartenspiel versunken. Es gehört das zu den schlimmen Folgen, welche