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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 3-4 (1882) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
3-4 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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88 aber habe ich an Sic die Frage zu richten: Besitze» Sic eine Erlaubniß zur Verbreitung von Schriften?" Letzteres wurde verneint, zugleich aber geltend gemacht, daß wir von der Nothwendigkeit, für die Verthcilung von kostenlos verabfolgten Schriften eine Erlaubniß einholen zu müssen, nichts gewußt hätten. „Viermal", fügte ich hinzu, „habe ich bereits Oesterreich-Ungarn bereist, und niemals ist dabei von der Obrigkeit die stets geübte Anstheilung von Schriften beaustandet worden; hauptsächlich sind übrigens von mir selbst geschriebene und zum Theil im Kaiserreich durch Abonnement bezogene Schriften den Jude» geschenkt worden." „Unkenntniß der Gesetze", cntgegnete jedoch der Beamte, „und früheres Ucbcrsehe» Ihrer ungesetzlichen Schriftenvertheilung sind keine Entschuldigung." Der Beamte knüpfte dann noch die Bemerkung an, daß auch die Juden des Staates geschützt werden müßten. Das veranlaßte mich aber zu der Erklärung: „Selbstverständlich wollen wir den Juden nichts zu Leide thün; gerade im Gegcntheil ist es unser Anliegen, eine innere Einigung zwischen Christen und Juden herbeiführen zu helfen, und auch Sie selbst, verehrter Herr Statthaltereirath, könuen als Christ ja nur wünschen, daß die Juden durch das Band des einen Glaubens mit uns fest vereinigt werden." Der Beamte erklärte denn auch, daß man Bemühungen solcher Art, wenn sie die gesetzlichen Vorschriften nicht verletzten, nie hindern werde, wies uns dann aber an de» Kommissar zum Protokoll. Das wurde aufgesetzt, von uns unterschrieben, das Versprechen, nicht weiter, vor eingeholter Erlaubniß, Schriften zu verbreiten, gegeben, und die Verhandlung auch an die Landeshauptstadt eingeschickt. Später erschien bei mir in Breslau eiue Vorladung zu einem Termine vor einem österreichischen Gerichte, aber erst nachdem der in dem gerichtlichen Anschreiben festgesetzte Tag bereits verlaufen war, und seitdem ist nichts weiter erfolgt. — Aber wie furchtbar müssen doch Missionare sein, wenn man keinen andern Schutz gegen ihr einfaches Zeugniß kennt, als den Arm der Obrigkeit! 19. Bibel und Naturwissenschaft. Der Rabbi hatte seine Gemeinde aber doch nicht ab schrecken können, unser Wort zu hören. Eben von der Statthalterei zurückgekehrt, fanden wir vielmehr wieder im Gasthause einigere ältere und jüngere Juden vor, die uns zu sprechen wünschten. Ein

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