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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 3-4 (1882) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
3-4 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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85 dessen, was Gott von uns fordert, hat cs überhaupt schon lange nicht gefehlt, aber immer wieder hat man eingestehen müssen, daß es zum Vollbringen des Gewußten nicht komme. Doch freilich, so weit haben es selbst die alten heidnischen Römer gebracht, daß sic bekannten: „Wir streben immer nach dem Verbotenen", und daß sie von einer „unheilbaren sittlichen Seuche der Menschen" redeten; niemals aber vermochten sie es uns zu sagen, wie dieser tiefgefressenc Schaden wieder geheilt, und wie die Ungerechten gerecht gemacht werden könnten. Dagegen verheißt nun Gott durch Jesaias, daß er einen Knecht senden wolle, der das Schuldopfer für die Sünder werden und die Ungerechten durch seine Gerechtigkeit gerecht machen werde; denn derselbe würde sein in den Tod gegebenes heiliges Leben wieder empfangen und werde es dann im Namen Gottes allen darbieten, daß es als ein fruchtbarer Same in ihnen aufgehe. So löst Gott selbst die Frage, wie die Unheiligen heilig und wie die Dahinstcrbenden zu einem bleibenden Leben geführt werden können, und die Botschaft davon hat nun schon unzählige Seelen aufjauchzc» machen. Durch Kraft der Liebe aber, die uns so geliebt hat, werden wir von Natur selbstsüchtige Wesen nun auch tausendfach Herr über unsere Selbstsucht; in Kraft dieser Liebe hat mein Freund einst sein Leben unter den schwarzen Jude» Abessiniens für nichts geachtet, in Kraft dieser Liebe hat cs immer wieder Schaarcn von Menschen getrieben, ihrem Herrn ein Dankopfer zu bringen und zu anderen in ihrer Sünde dahinstcrbenden Menschen zu eilen, um ihnen die Botschaft des Lebens zu bringen- „Ja, das ist hoch und edel, und ist die höchste Humanität," rief da Einer aus, „aber auch das Judeuthum hat seine Märtyrer." „Gewiß," gestand ich gern zu, „das Judenthuin hat seine Märtyrer, aber schon seit Jahrhunderten nicht solche, wie sie das Christcnthum hat. Märtyrer seiner eigenen Ueberzeugung kennt es wohl, nicht jedoch Märtyrer, wie unfern Heiland und seine Apostel und ungezählte Zeugen Jesu, die in dem Dienst der Liebe, welcher Andere, Nahe und Ferne, Freunde und Feinde auch für de» HErrn des Lebens zu gewinnen und sie zum Leben in ihm zu ziehen sucht, den Tod erlitten haben." „Das ist Wahrheit!" bestätigte der erstgenannte unter den vier Juden, und keiner der andern widersprach ihm. Sie brachen

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