Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 3-4 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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82 Christcnthum unterliege» wird, bestreiten selbst viele seiner größten Lobredner nicht mehr; denn die Thatsachen reden eben eine zu * deutliche Sprache. Wie wenig innerlich anziehende Macht aber der jüdische Gottglanbe übt, beweist ganz besonders auch Nord-Amerika. Dort herrscht die vollkommenste bürgerliche und religiöse Freiheit. Judenthnm und der ihm verwandte Unitarismus haben daselbst allen Raum und alle Gelegenheit gehabt, ihre Macht über die Gemüther und Gewissen zu beweisen. Aber sie sind von dem Christenthum, welches den dreicinigen Gott verkündigt, je länger je mehr gcradcswegs in den Winkel gedrängt worden. In Amerika ist auch nicht einmal der Versuch gemacht worden, durch weltliche Mittel und Waffen den Kampf zwischen Christenthum und Judenthum zum Besten des ersteren auszufechteu; aber der Geist des Christenthums hat den Geist des Jndenthums vollständig in den Schatten gestellt. Schweigen blieb die einzige Antwort. Der junge jüdische Redner bat es ihm aber nicht übel zu nehmen, wenn er immer neue Eiuwürfe erhebe; cs sei ihm um klare Erkenntniß zu thun, und so niüsse er nun fragen: 14. Warum reden die Zeitgenossen Jesu so wenig von ihm? „Unbekannt ist er ihnen nicht gewesen," antwortete ich; „die römischen Schriftsteller Tacitus und Sucton erwähnen ihn, und vor Allem hat es selbst die weitgehendste Zweifelsucht von ungläubigen Gelehrten nicht zu bestreiten gewagt, daß einige Bücher des Neuen Testaments wenigstens von Zeitgenossen Jesu geschrieben sind. Diejenigen aber, welche nicht an ihn glaubten, hatten in jener Anfangszeit fast kein Interesse an ihm; so weit sic ihn kannten, hielten sie ihn für eine unbedeutende Persönlichkeit oder höchstens für einen Mann, der einige Augenblicke etliche Leute von sich habe reden machen, der aber ganz von selbst wieder untergehc. Scheu Sic, man bewahrt doch auch in Ihrer Stadt nicht das Gcdächtniß jedes Ihnen unbedeutend erscheinenden Menschen für alle Zukunft auf; und weder Juden noch Römer noch Griechen, noch sonst ein Volk haben es sich anfangs träumen lassen, daß der Nazarener einmal für die Welt die Bedeutung gewinnen würde, die er wirklich erlangt hat. Wie oft hat sich nicht auch sonst schon Achnliches zugetragen! Unsere ganze gebildete Jugend liest seit Jahrhunderten