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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 3-4 (1882) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
3-4 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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46 einladet, damit sie durch ihn Gottes Kinder werden. „Nun diesen Glauben kann ich wohl begreifen!" versicherte der junge Mann, und von Herzen dankbar nahm er das Neue Testament an, welches ich ihm bot, von selbst zugleich erklärend, er wolle dasselbe fortan fleißig mit seiner Braut lesen. 9. Alter und Neuer Bund. Auf der Straße wandernd bemerkten wir, daß ein junger Jude uns Schritt für Schritt folgte; wir luden ihn deshalb zum Besuche bei uns ein, und er folgte uns gern. Die religiöse Zerfahrenheit im heutigen Judenthum bildete dann den Gegenstand unsers Gesprächs. Von hier aus suchte ich es aber dem jungen Manne verständlich zu machen, wie die Juden den Weg, welchen Gott mit ihnen gehn wollte, zu gehn verweigert hätten. Der alte Bund und das alttestamentliche Gesetz sollte» für sie eine Erziehungsschule werden, aus der sie weiter (;u. wahrer Freiheit und innerer Selbstständigkeit in Gott gelangen sollten. In dem Neuen Bunde, wo dieses Ziel erreicht ist, fallen daher die Vorschriften, Gebote und Formen hinweg, welche das ganze Leben bis auf das Essen und Trinken unter ganz bestimmte Gesetze stellen; denn für dieses letztere z. B. gilt im Neuen Testamente die Regel: „Alles ist gut, was mit Danksagung genossen wird!" Aber hier wird es nun mit aller Entschiedenheit betont, daß Gott in allem Thun und Lassen des Menschen, dem größten wie dem kleinsten, das Herz ansehe und danach frage, ob jenes im Glauben an ihn und in der gehorsamen Liebe gegen ihn geschehe. Unserm jüdischen Freunde gefiel es wohl, daß der Neue Bund diese Stellung einnimmt. Aber nun wurde ihm auch zu Gemüthc geführt, daß nur ein Einziger bisher ein Leben geführt hat, in dem jene großen Grundsätze auch Wahrheit und Wirklichkeit geworden sind: Jesus Christus. Ein Neuer Bund besteht denn auch allein darum für uns, weil Jejus Christus gekommen ist, die Ungerechten durch sich selbst gerecht zu machen und so die Verheißung bei Jesaia 53 zu erfüllen. Dieses Kapitel las ich dem jungen Manne vor, und er notirte sich dasselbe sogleich, Freund Flad aber schenkte ihm das Buch des Propheten Jesaia. Das Gespräch hatte unfern Besucher angeregt und Begierde, mehr zu hören, in ihm erweckt. Daher forschte er »ach weiteren Schriften. Flad kam ihm auch

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