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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 3-4 (1882) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
3-4 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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47 willig entgegen und übergab ihm eine ganze Reihe derselben, mit denen er dann nach Hause eilte, nachdem er zuvor gebeten hatte, selbst wiederkommen und Andere mit sich bringen zu dürfen. 10. Dämmerndes Licht. Ein viel gewanderter junger Ehemann ergriff im Kaffeehause begierig die Gelegenheit, uns kennen zu lernen. Er hatte schon häufig dem evangelischen Gottesdienste beigewohnt und war mit dem Judcnthum innerlich zerfallen. „Ich habe gefunden," äußerte er, „daß der Charakter durch das Judenthum allmählig verschlechtert wird; und obwohl jeder Mensch von Hause aus selbstsüchtig ist, so hat doch das Judenthum bei vielen unter uns die Selbstsucht bis zu einem unerträglichen Grade gesteigert. Etwas haben aber muß der Mensch, das fühle ich immer mehr, und ich sehe am Protestantismus so vieles, was mich airzieht, daß der Wunsch, ihm anzugehören, schon oft in mir erwacht ist." Auf die Vorstellungen, die ich ihm darauf machte, ging er in erfreulicher Weise ein. Die Person Jesu, welche ihm zumal vor die Augen geführt wurde, hatte schon lange für ihn etwas Anlockendes gehabt. „Ich habe cs nie begreifen könne», wie es der Talmud fertig gebracht hat, Jesum als einen in Blutschande geborenen Menschen darzustellen; denn aus einer so ungeheuerlichen That konnte doch wahrlich nicht die wichtigste sittliche Reformation der Welt entstehen." - Naiv fügte er jedoch hinzu, er halte Jesum für den natürlichen Sohn frommer Elter», und als solcher werde er auch uns gewiß gelten. Da konnten wir nun freilich nicht Ja sagen, bemühten uns nun aber, ihm die Menschwerdung des ewigen Gottessohnes zu erklären. „Von Sündern sind auch stets nur wieder Sünder erzeugt worden; stammte also Christus allein von Menschcw ab, dann war er auch ein sündlichcs Geschöpf, das wie wir alle der Erlösung bedurfte. Gott aber hat uns einen wahrhaftigen Erlöser geben wollen, und deshalb hat er seinen einzigen Sohn, der vor aller Zeit ewig bei ihm gelebt hat, Mensch werden lassen. Was Jcsaia und Micha haben zuvor verkündigen müssen, daß eine Jungfrau einen Sohn gebären werde, der Immanuel, Gott mit uns, heißen und aus der Ewigkeit, also aus Gottes eigenem Schooße her kommen würde, das ist in Jesu Christo erfüllet worden. So

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