Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 3-4 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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43 christlichen Redners erweckte und ihm Anlaß gab, bittere Klagen über die Unwissenheit des gegenwärtigen jüdischen Geschlechtes vor demselben zu äußern. Aber nun forderte ich ihn auf, dem Grunde der religiösen Unwissenheit unter den Seinen nachzuforschen. „Gottes Wort ist ja doch ewig, und die ewige Wahrheit der Schrift hat sich ein Volk nach dem andern erobert; woher bei den Juden diese Religionslosigkeit? Sehen Sie, das kommt daher, daß ihr eure eigenen Gedanken an die Stelle des göttlichen Wortes gesetzt habt; und jede Religion, die sich auf bloßen Menschengedanken erbaut, bricht früher oder später zusammen. Nur Einer aber erhält der Welt eine lebendige Region, und von ihm sind wir denn auch, so viel es gleich versucht worden ist, ihn zu beseitigen, nicht frei geworden: der von den Propheten verkündigte Messias, der die Welt, nachdem er sich zum Schuldopfer für alle dahingegeben, auch zum Eigenthum erhalten hat." Mit der Bitte an den Alten, diesem Messias Jesus Christus sich auch zu ergeben und durch ihn eine lebendige Religion zu gewinnen, schied ich von demselben. 7. „Ich bin auch von Adel." Freund Flad und ich wunderten auf dem Markte der Stadt umher. Da las ich aus einem Laden einen Namen, der mich an einen alten Rabbiner und dessen ältesten Sohn erinnerte. Wir entschlossen uns also einzutreten und nachzufragen, ob der Ladenbesitzer der jüngere Sohn des alten Rabbi, sei? Die Sache verhielt sich in der Thal so. Der Herr des Geschäftes freilich war selbst nicht anwesend, dagegen sieben jüngere und ein älterer Jude. Mein Name fiel den jungen Leuten auf, und einer bemerkte, daß ich nach demselben von französischem Adel sei. Freund Flad nahm dieses Wort auf und erklärte den Anwesenden, daß auch er adlig sei, obwohl er kein „von" vor dem Namen führe, aber er trage den Adel eines Gotteskindes, und den beschrieb er nun den Zuhörern in herzeindringlicher Weise. „Wer aber", wurde nun die Frage unter die Anwesenden geworfen, „besitzt diesen Adel eines Gotteskindes? Nur der, welcher dem Abraham und seinen Geistessöhnen gleicht; nur der, welcher in den Fußtapfeu des Glaubens Abrahams wandelt. Der aber ist allerdings ein Kind Gottes, und den zählen nun Altes