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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 3-4 (1882) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
3-4 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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41 Religionen haben stets etwas von Unsterblichkeit gewußt." Das wurde nun gar nicht bestritten, aber diese Unsterblichkeit in ihr rechtes Licht gestellt. So wurde denn an Achilles erinnert, den der griechische Dichter Homer durch Odysseus in der Unterwelt als Fürst der Schatten wiederfinden läßt, und der jenem, seinem früheren Gefährten erklärt, er wolle auf der Erde lieber ein Holzhacker, als hier unten ein König sein. An den Beschreibungen des Paradieses in der muhammedanischcn Religion aber wurde gezeigt, wie unsauber und fleischlich diese Religion selbst ist; und die Juden wieder wurden darauf hingcwiescn, daß sie keine fröhliche, selige Auferstehungsgewißhcit hätten; wäre cs anders, so wurden sie nicht eine so große Todesfurcht haben, so nngebcrdig sich der Regel nach beim Sterben der Ihrigen anstcllen und sich so ängstlich an das Erdenlebcn klammern. „Was ist Ihnen", rief ich in den Kreis hinein, „die Auferstehung? Was ist Ihnen die ewige Seligkeit?" und alle bekannten, daß sie nichts mit derselben anzufangen wüßten, am allerwenigsten aber an sie mit wahrer Freude gedächten. „Und doch", fuhr ich fort, „bekennt der Prediger Salomo: Gott hat dem Menschen die Ewigkeit in's Herz gelegt. Ja, darum sind wir eben Menschen, weil unsere Seele Ewigkeit in sich aufnehmen und nicht wie die Thicrsecle verfliegen soll. Aber selige Ewigkeit, die über das Grab hinausreicht, hat sie allerdings nur in dem auferstandencn Christus gefunden, der uns in sein heiliges ewiges Leben mit Gott cingeführt hat. Wer ihn hat, der freut sich, daß er bereits auf Erden die wahrhaftige Ewigkeit in sich trägt." Lächelnd sah man sich an; man trug kein Verlangen nach Ewigkeit, sondern hatte genug an der Erde. Das arme religionslose Religionsvolk! 5. „Ich weiß alles." Ans einer Brücke begegnet uns ein alter Jude; er hatte bereits von uns gehört und mit uns Bekanntschaft zu machen gewünscht. Aber auch uns war von demselben erzählt worden, und wir hatten gehört, daß ihn die religiösen Fragen Tag und Nacht beschäftigten. Die Sache hatte ihre Richtigkeit. Der Alte war mit dem Evangelium bekannt und von der Wahrheit desselben völlig überzeugt. Er hatte auch seine Ansichten nicht verborgen gehalten nnd dafür vielen Spott und Hohn, ja selbst Schläge ge-

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