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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 3-4 (1882) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
3-4 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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der Name Jesus Christus hat Unzähligen iu der Christenheit zu religiöser Gewißheit und Befriedigung verholfen. Wir haben einen Gott, den wir genau kennen; wir haben in der evangelischen Kirche auch eine Religion, deren Werth und Kraft von Ceremonien ganz unabhängig ist; eine Religion, die Kindern und Frauen dasselbe bietet wie Erwachsenen und Männern; eine Religion, die unser ganzes Leben in die innigste Verbindung mit Gott führt, ohne daß es dabei große äußere Einrichtungen bedarf. Wir haben unser» HErrn bei Tische, wenn wir beten: „Komm, HErr Jesu, sei unser Gast!"; wir beten mit unfern Kindern im Namen Jesu das Vater-Unscr oder andere Gebete, und wissen uns so sammt ihnen nüt »userm ganzen Tagesleben in die Nähe unsers Gottes gerückt. Warum wollen Sie es denn nicht ebenso gut haben und zu Jesu kommen?" Achselznckcnd antwortete Einer, das werde noch lange dauern. Aber ich hielt ihm entgegen, daß der wahrhaftige Gott geschworen habe, sie würden noch einmal sprechen: „In Jehovah habe ich Gerechtigkeit und Stärke!" und das Evangelium bezeuge, daß dieser Jehovah der Vater Jesu Christi ist. „Kommen müssen Sie also endlich doch; kommen Sic daher bald und verscherzen Sie sich nicht das Glück, das Allen angeboten ist!" Die Bitte war gethan, und den Mnth, sie abzuweisen, fanden diese Juden nicht. 2. Das Schändlichste ist, seine Religionswaare ausdieten! Aus der Synagoge zurückkehrend sprachen wir mit etlichen Juden. Sie glaubten nichts, obwohl sie doch an der Gewohnheit des Shnagogcnbcsnches festhieltcn, aber bekannten ihren Unglauben in ruhiger Weise. Da stürmte ein langer, junger Jude heran und schrie uns auf offener Straße an: „Wissen Sie, was das Schändlichste ist? herumziehen und seine Religionswaare Andern anbieten. Das thun Juden und Judenthum nicht." „Wohl aber das Alte Testament und die Gläubigen desselben!" entgegnete ich, „Jona geht als Prediger zu den Heiden in Ninive, und bei Jesaia heißt cs: „Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße derer, die Frieden verkündigen!" Bei Jesaia aber tritt der Knecht Gottes vor das ganze Volk hin und ruft ihm zu: „Kommt her und kaufet umsonst Milch und Wein!", ihm so seine Predigt empfehlend."

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