Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 3-4 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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36 daß gewisse gegen das Christenthum angeführte Stellen des A. T. nicht gegen dasselbe sprächen. Nach vr. Aga Jau's Tode ist Dr. Rach am im das geistige Haupt der Proselyten; auch sonst genießt derselbe viele Achtung und hat sogar einigen Einfluß aus den Gouverneur. Der HErr helfe weiter! Äuf der Äpostelstrnße. (Schluß.) 1. „Bei uns hat jeder seine eigene Religion." „Wir glauben nichts!" Einen schmerzlicheren Eindruck, als den von einem der Abeudgottesdienste in der Synagoge der Stadt N. N., haben Freund Flad und ich selten empfangen. Eigentlich ist es nicht zu beschreiben, wie bei demselben die Gebete vom Rabbi und der Gemeinde gesprochen wurden; es geschah in Tönen, die gradeöwegs Menschen kaum würdig waren. Aber nur lachend nahm man die Bemerkungen hierüber auf; es geht eben im modernen Israel vielfach so zu, als wäre für Gott alles gut genug. Aehnlich fanden wir die Verhältnisse in der Landeshauptstadt. „O wir sind hier so ziemlich über alles hinaus", „Jeder hat seine eigene Religion", „Eigentlich kann mau unsere Religion nicht mehr eine Religion nennen", „Wir glauben im Grunde genommen nichts!" erklärte man uns von den verschiedensten Seiten her scelenverguügt. Das erfülle uns, sagten wir ihnen darauf, mit großer Trauer, zumal wir andern Völker gerade durch Juden zu religiöser Gewißheit gekommen seien, und wir durch sie zur Erfahrung des Gottes gelangt wären, welcher ist, war und sein wird. Die Antworten aber lieferten nur neue Bestätigungen dafür, daß im Judeuthum eine völlige religiöse Zersetzung vor sich geht. Ein Lehrer bekannte, daß er eben in dem Gefühle, etwas Bestimmtes finden zu müssen, öfters den evangelischen Gottesdienst besuche; ein Anderer, daß er seine Kinder taufen lassen werde, „denn bei uns haben sie doch nichts!" und ein Alter setzte hinzu: „Wir haben nur eins, an dem wir festhalten, das sind wir selbst!" Von diesen ihren Selbstbekenntnissen aus suchteich nun aber die Inden zu etwas Besserem hinzuführeu. „Sie sehen, meine Herren,