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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 1-2 (1882) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
1-2 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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27 kau» wahrlich von einem Juden gegen diesen großen Mann seines Volkes nicht ausgesprochen werden!" Verwirrt durch diese Worte nahm jetzt mein Nachbar seine letzte Behauptung zuriick und erklärte die Gesetze für göttlichen Ursprungs. Das nahm ich dankbar an und fügte hinzu, er habe vorhin übrigens auch ein recht treffliches Wort gesprochen; denn er habe geäußert, daß die Juden der Tage des Moses in den Kinderschuhen gesteckt hätte». Das sei vollkommen wahr und gelte überhaupt für das israelitische Volk in der ganzen alttcstamcntlichen Zeit. „Satzungen für Kinder" werden im Neuen Testament auch ausdrücklich die Gesetze des Moses genannt. Im Neuen Testament aber haben wir die Kinderschuhe ausgezogen und wollen deshalb nun auch die Juden aus denselben herausführen. Dazu aber wollen wir beide, mein Freund und ich, ihnen besonders helfen. Dabei reichte ich dem Nachbar die Hand, er schlug freundlich in dieselbe ein, und von der großen Schaar der Zuhörer höflich gegrüßt, eilten wir nun nach Hause. Es war ein langer Kampf, der hier gekämpft worden war, aber wir hatten alle Ursache, mit Freuden von hinnen zu gehen. 20. Sie glaube» ja selbst nicht, was Sie rede»! Man wartete unser schon im Kaffeehause, und kaum daselbst erschienen, waren wir sogleich dicht umringt. Zwei Personen, ein jüngerer Mann und ein solcher aus mittleren Jahren, traten zuerst in die Unterhaltung mit uns ein. Der Jüngere war, wie überhaupt viele gebildete Inden seiner Altersklasse in Oesterreich, Anhänger der Philosophie Schopenhauers, die alles Bestehende nur für werth hält, unterzugehn. Die irgendwie »achdenkcude Jugend unter den Juden findet eben in der Synagoge nichts, das sie zu befriedigen vermöchte. Der Andere hatte eine andere Anschannng vom Leben, er kannte ein Glück desselben: viel Geld zu besitzen. Ihm wurde zuerst geantwortet, daß der Mensch, wen» er auch im Golde säße, doch nichts mitnehmen könne, und ein so unbeständiges Glück also nicht ansreiche, des Menschen Heil zu begründen. Das habe, wandte ich mich an den Andern, auch Schopenhauer wohl erkannt; aber er habe freilich nichts davon gewußt, daß cs iu der That etwas Gewisses, Wahrhaftiges und Bleibendes giebt, und daß man selbst im Angesicht des Todes mit Hiob noch sprecht»

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