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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 1-2 (1882) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
1-2 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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26 thuin lehrt, m»ß schaffen, um sich aus seiner entsetzlichen Einsamkeit, in der sein Leben keinen andern Inhalt hat, als daß er stets zu sich selbst spricht: „Ich existire, ich existire!", zu erlösen. Das braucht unser christlicher Gott nicht. Der hat es nicht nöthig, in Geschöpfe, diese armen Gefäße, nur einige Tropfen aus sich selbst zu ergießen, sondern der ha! in sich selbst das Gefäß, in welches er sein ganzes Liebesmeer von Ewigkeit zu ergießen im Stande ist und es doch stets in sich selbst behält. Ja, das ist ein Gott wahrhaftiger Liebe in Ewigkeit, und staunend blickt man zu ihm empor mit einem Herzen, das seligster Anbetung voll ist." „Das begreife ich nicht!" murmelte in neuer Verlegenheit mein kämpfender Nachbar, und um wenigstens eine Antwort 'zu geben, erklärte er, daß Jeder in der Religion bleiben müsse, in welcher er geboren sei. „Nun, dann rufen Sie nur Ihre eignen Volksgenossen und dann rufen Sie die heutigen Geschlechter der christlichen Völker zu jene» Götzen zurück, denen ihre Vorfahren einst oft selbst ihre Kinder geschlachtet haben!" forderte ich den Mann auf, und alle Anwesenden stimmten mir zu, daß die Folge jenes Verlangens, bei der väterlichen Religion zu verbleiben, für uns alle den denkbar traurigsten Rückschritt bedeuten würde. „Wahrheit, Wahrheit ist die Seele der Religion," bezeugte ich jetzt allen, „Wahrheit, die erobern will, aber nur mit ihren eignen Waffen. Das hat Moses die Juden gelehrt, der es ihnen nicht gestatten wollte, zu denken und zu leben, wie es ihnen beliebte, sondern sic zum Gehorsam gegen die Stimme Gottes rief." Aber damit war mein Nachbar wieder nicht einverstanden, sondern er wollte vielmehr wissen, daß Moses die rohen und in den Kinderschuhen steckenden Juden seiner Zeit zu bilden getrachtet und ihnen deshalb einen göttlichen Ursprung seiner Gesetze eingeredet habe; jetzt dagegen seien die Inden gebildete Leute und brauchten daher auch nur noch ihrer Vernunft zu folgen. „Nun," und ich erhob mich bei diesen Worten, „muß ich Ihnen, mein Herr, erklären, daß ich die Ehre des Moses zu retten habe und ein besserer Jude als Sic selbst bin. Also Moses war ein Lügner, und, während er sich selbst alle Gesetze ausdachte, betrog er das Volk, indem er sic als von Gott gegebene bczeichncte? Eine schmerzlichere Beleidigung

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