Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 1-2 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 Der jllttge Manu wußte nicht weiter. Da eilte ihm ein Aelterer zu Hilfe. Er müsse doch VX „Das interessante Thema der Dreieinigkeit" noch einmal aufgreifen und bitten, daß ihm über dasselbe Aufklärung gegeben werde. Dieser Jude führte ans: Sogleich in den ersten Worten der Bibel begegne uns für Gott die Bezeichnung Elohim, aber obwohl das Wort seiner Form nach eine Mehrzahl bedeute, so verbinde sich doch mit demselben das Zeitwort in der Einzahl; denn es heiße daselbst nicht „Elohim schufen", sondern „Eloliim schuf". Wenn nun Gott ein Dreieiniger wäre, wie paßte denn hierzu diese Einzahl des Zeitwortes? Die Antwort lag ans der Hand: „Auch wir Christen, die wir die Dreieinigkeit lehren, sagen nicht: „Götter schufen", sondern „Gott schuf", und Sie sehen also, aus der Ein- oder Mehrzahl desNameus für Gott wird noch nichts über die Frage von seinem Wesen entschieden. Aber gerade ans dein Wesen Gottes heraus muß auch die Frage über die Dreieinigkeit erledigt werden. Was ist denn nun das Wesen Gottes?" Mein Gegner antwortete: „Dies, daß er die Snuune aller Tugenden bildet." Ich wolle, antwortete ich, hierauf eingehen, wenn auch diese Erklärung nicht völlig genüge. „In Ihrem jüdischen Gebetbuch wird von Gott gesagt, daß er der Allcrvoltkommenste sei, so daß es keine Vollkommenheit gebe, die ihm nicht in: höchsten Maße znkonune. Aber was ist denn nun das Höchste in Gott? Sagt ihr Juden heute nicht auch bereits dies, daß er die Liebe ist?" „Ja," stimmte mein Widersacher zu, „die Barmherzigkeit". „Liebe und Barmherzigkeit", mußte ich ihn belehren, „sind allerdings nicht dasselbe, sondern die Barmherzigkeit fließt ans der Liebe." Nach einigen Einwendungen gab dies unser Jude zu, und ich konnte fortfahren. „Ist also Gott ewige Liebe?" „Ja wohl." „Was ist denn aber Liebe, als daß mau nicht sich selbst, sondern einem Andern lebt und sich ihm hingiebt! Der jüdische Gott soll ja aber in Ewigkeit nur eine Person gewesen sein, und da eine Kreatur nicht von Ewigkeit sein kann, so hat es diesem Gott also in der Ewigkeit au der höchsten Vollkommenheit, an der Liebe, die einem andern lebt, gefehlt, er war in Ewigkeit nicht Gott. Der Dreieinige hingegen, in dem ein ewiges Sichhingeben in der Liebe