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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 1-2 (1882) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
1-2 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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21 3. Nach dcm Versöhutagc kamen wir mit den Juden auf das Fest zu sprechen. Man erbat unser Urtheil über die gehörte Predigt. Ich gab cs so ab, wie es gcschehn mußte. „Aber der Rabbi ist doch ein gescheuter Mann." Dcm wolle ich nicht widersprechen, aber David war noch gescheuter und doch ist er an sich selbst verzweifelt; denn er wußte wohl, daß cs dem heiligen Gott nicht auf den guten Kopf, sondern ans das Herz ankommt. Nichts solle er begehren, was Gott verboten, das hatte 4r als Gottes Forderung erkannt; aber er mußte cs erfahren, daß sein Herz voll böser Begierden sei. Da lernte er sich selbst kennen utib damit erlangte er, wie der weiseste aller Griechen cs genannt hat, die höchste Weisheit. Seit er aber sich selbst erkannt, seufzte er nach Versöhnung mit Gott und nach Vergebung seiner Sünde, und das that nicht er allein, sondern das thatcn z. B. auch alle Propheten, die mit reinem Wasser besprengt und mit Versöhnungsblnt gewaschen sein wollten; denn das wußten sie aus dem Gesetze, daß cs keine Versöhnung ohne Blutvergießen giebt. Ein alter Jude cntgegncte, daß sic so viel, als ihnen jetzt möglich wäre, von dcm Vcrsöhntagsgcsetzc hielten, aber blutige Opfer könnten sic heut nicht bringen, und daher seien sie hierzu nicht verpflichtet. Ihm wurde geantwortet: „Gott hat euch die 10 Gebote gegeben. Würde ihm min ein Jude sagen, neun könne er nicht halten, darum müsse er sich an dem einen genügen lassen, so würde ihm Gott einfach sein Wort: „Verflucht ist, wer nicht hält alle Gesetze!" cutgcgenhalten. Und diese Drohung des HErrn steht hinter allen seinen Gesetzen. Das ist aber grade das furchtbarste Gericht über Israel, daß es aus Kanaan vertrieben, sein Tempel zerstört und also das Opfer unmöglich gemacht ist. So seid ihr nun außer Stande, dcm Willen Gottes Genüge zu leisten, und eben daher liegt auf euch der Fluch des nicht erfüllten Gesetzes. Nur eine Rettung giebt es aus solchem Gericht, die Flucht zu dem, welchen Gott Israel geben wollte, damit er „der Bund des Volkes" und zugleich auch „das Licht" der Völker werde. Komnit zu ihm, den die Völker ausgenommen und in dcm sie das Licht gefunden haben, so werdet auch ihr es erfahren, daß ihr wieder in den Fricdensbund Gottes eingetrcten seid." „Ja, so gelehrt sind wir nicht, um hierauf antworten zu

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