Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 1-2 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Geduld auf. Uud dieser Gott wird auch sein Ziel erreichen; für alle Welt ist es bereits von Gottes eigenem Munde ausgesprochen; den» so, uud ich bitte Sie herzlich, bedenken Sie cs auch für sich selbst, redet er alle Welt an: „Mir sollen sich aller Knice beugen", und das Nene Testament fügt hinzu: „alle Zungen sollen bekennen, daß Jesus Christus der HErr ist, zur Ehre Gottes des Vaters". 15. Unsere Hoffnung ist die Humanitiit. Ein junger Manu, der früher das Gymnasium besucht hatte, äußerte sich gegen die Todesstrafe, die Humanität fordere ihre Abschaffung. Ihm wurde der Ernst der heiligen Schrift ans Anlaß dieser Frage vor die Augen gestellt und ihm zugleich gesagt, daß dieselbe Schrift viel humaner als die sogen. Humanität ist. „Die Humanität", so setzte ich nun hinzu, „hat ja auch neuerdings die Judenfrage nur verwirrt. Wir gläubige Christen wolle» mit den Juden gern eins werden und kennen auch ein Einignngsband mit denselben; aber die neuere Humanität schlägt ebenso wie die der Griechen und Römer überall die Bahnen des Judenhasses ein." Das bestätigte der junge Mann aus dem römischen Schriftsteller Sallnst. „Wenn nun aber", frug ich denselben, „das jüngere Geschlecht der Christen immer judenfeindlichcr wird, was soll da den Frieden zwischen Juden und Christen sichern?" Der junge Mann tröstete sich damit, daß es in Oesterreich keinen Judenhaß gebe. Ich wies ihn aus das Gegentheil aus Thatsachcn hin, und er konnte nun diesen Trostgrund nicht länger aufrecht erhalten. Ebenso blies er bald zum Rückzug, als er die falsche Entwickelung in dem bürgerlichen Leben der Juden den Christen allein in die Schuhe zu schieben versuchte; Prof. Mommsens, des großen liberalen Judcnfreundes Aussprüche mußte er als wahr gelten lassen. „Nun ja, wir haben uns selbst in ein Handelsvolk verwandelt, aber die Phönicier und Carthager sind cs auch gewesen." „Ganz richtig. Sie wissen aber doch auch, daß dieselben wegen ihrer Verschlagenheit, Treulosigkeit, Betrügereien und sittlichen Haltlosigkeit verrufen waren." „Das kann ich nicht leugnen, aber alle bleiben einmal hinter ihrem Ideal zurück." Dies bestätigte ich ihm von Herzen, aber ich erinnerte ihn nun daran, daß gerade die Inden zuerst das rechte wahre Ideal kennen gelernt hätten. „In Christo ist unter euch die volle, selbstlose Gottes- und Menschenliebe