Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 1-2 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Wort hat mich ebensowohl wie große Schaaren von Inden bekehrt." „Nun ja, möglich ist cs, daß sich Einige hier und dort bekehren," gestand der Mann jetzt zu, „aber es wird lange dauern, ehe es mit Allen geschieht." Darauf ermahnte ich ihn, daß er nur Sorge tragen möge, um selbst unter den Einigen zu sein, die sich schon jetzt bekehren; und im Uebrigcn solle er wissen, daß Sacharja bezeugt, ganz Israel werde sich einmal mit Thränen und Flehen zum HErrn bekehre» und zu der Zeit sehen, in welchen es gestochen hat. Er wisse doch, wen ich meine? „Ja ja, das weiß ich wohl!" versicherte der also Augeredctc, aber die Beschreibung der Bekehrung, welche Sacharja gicbt, war doch nicht nach seinem Geschmack; denn als Freund Flad ihm nun eine Schrift anbot, fuhr er sich an den Kopf, strich über denselben dahin und lehnte die Schrift mit den Worten ab: „Ach, wissen Sie, ich habe jetzt den ganzen Kopf voller Geschäfte, da kann ich nicht lesen!" 12. Die Bibel ist dennoch Gottes Wort. An der Thür des Wirthshauses stand der Sohn des Besitzers. Wir hatten bald eine religiöse Unterhaltung mit einander, der junge Mann aber bestritt im Laufe derselben die Geltung der Bibel. So galt es nun, dieselbe ihm innerlich näher zu führen. Ich frug ihn, ob er, wenn die ganze Stadt sagen würde, cs sei recht und richtig, Bater und Mutter zu schlagen, dies für recht halten würde? Er verneinte das. „Dieses Nein habe ich erwartet; denn ich konnte voraussetzcn, daß in Ihrem Innern was auch Alle über das Recht der Mißhandlung Ihrer Eltern sagen möchten, eine Stimnic redet, die zwar Niemand hört, die Ihnen aber viel mehr als die ganze Welt gilt. Ich habe sogar die Ueberzeugung, daß Sie sich lieber den Kopf abschlagen lassen würden, als daß Sic dem Gebot dieser Stimme, keine Hand au die Eltern zu legen, zuwiderhandeln möchten." „Sie haben Recht!" fiel mir da der junge Manu in die Rede. Ich aber fuhr fort: „Nun, sehen Sie, diese innere Stimnic ist das Gewissen, und im Gewissen wieder bezeugt sich eine höhere, unsichtbare Macht, die wir zwar nicht mit Händen greifen und mit Sinnen wahrnehmen können, deren Dasein wir aber aus ihren gewaltigen Einwirkungen auf unser innerstes Leben erkennen — es ist Gott. Müssen Sie das nicht zngestehn?" „Ich thue es." „Nun sollen Sie mir aber auch einräumen inüsscn, daß wir