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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 1-2 (1882) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
1-2 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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6 ob es wahr sei, was in ihrer Stadt und der ganzen Nachbarschaft verbreitet werde, daß wir aus England gekommen seien, nm Juden zum Uebertritt zu bewegen, wofür jeder einzelne, der dies thun würde, 4000 Mark erhalten solle. Sie empfingen natürlich die gebührende Antwort und gaben denn auch ihren Beifall zu erkennen, als ich endlich äußerte, wir hätten schon genug schlechte Christen, da könnten wir uns nicht noch neue aus den Juden herüberholen. Aber darauf nahm ich Anlaß, den ganzen Ernst der Frage: „Was dünkt dich um Christum?" den jungen Leuten vorznhalten. Zugleich bezeugte ich ihnen, daß Christus auch ihre Herzen, auch sie selbst gewinnen und besitzen wolle. Sie sollten es sich nur gesagt sein lassen, daß sie selbst und ihr ganzes Volk vor Christo die Kniee beugen müßten, und von den Missionaren erfahren, daß dieselben in der Gewißheit, Christo gehöre jedes Menschenherz, unter die Anhänger aller Religionen träten. Wir wollten Christo die Welt, die ihm gehört, erobern helfen, und stünden jetzt deshalb unter ihnen, um es ihnen in das Gewissen zu rufen: der HErr aller Menschen fordere auch ihren Gehorsam und ihre Anerkennung! Mit größter Bescheidenheit hatten die jungen Leute solchen Worten zugehört, und als ich nun dem einen das Schriftchen „Christi Lehre und Einfluß" überreichte, damit er selbst cs läse und es dann auch seinen Freunden gäbe, wurde cö höflichst dankend angenommen. 6. Es giihrt. Ach wen» doch Israel es bald merkte, welcher Zukunft es infolge seines hartnäckigen Widerstrebens gegen Christum entgegengeht. Wie in Deutschland und Rußland sammelt sich auch überall in Oesterreich ein ungeheurer Zündstoff des Hasses gegen die jüdische Bevölkerung. Ohne Unterschied des politischen und religiösen Standpunktes hörten wir auf dieser ganzen Reise aus dem Munde aller möglichen Leute das Zeugniß, daß die Erregung der Volkes gegen die Juden eine stets wachsende sei, und daß man selbst in den höchsten Kreisen des Landes entsetzliche Ausbrüche derselben in der Folge der Zeit fürchte. Allerwärts die gleichen traurigen Klagen: Die Bevölkerung wird weit und breit von den Juden ausgesangt. Durch den Mißbrauch, der von ihnen mit Geldleihen

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