Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 1-2 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 und Wechseln getrieben wird, werden Tausende ruinirt, durch Verführung zu übermäßigem Branntweingenuß große Schaaren an Leib und Seele ruinirt, immer mehr der ihnen verschuldeten Bauern von Haus und Hof vertrieben. Die Lüsternheit reicher Juden kennt keine Grenzen, die Verführung christlicher Mädchen durch wohlhabende Juden gehört zu den alltäglichen und schlimmsten Erfahrungen im Lande u. s. w. Hört man das alles, dann wird einem das Herz um beide Theile, Christen wie Juden, bange, und dann sieht man so recht, wie übel es gethan ist, wenn Friede, Friede gepredigt wird, wo doch kein Friede ist. Nur Christus, der aus Juden und Heiden eine Gemeinde gemacht hat, kann auch jetzt wieder den Frieden schaffen, das verkündigten wir deshalb denen zur Rechten und zur Linken; und unvergeßlich wird es uns bleiben, wie ein Beamter, der die Lage der Verhältnisse klar durchschaute und dem wir sagten, daß wir nusgingen, um den Frieden zwischen Christen und Juden durch Christum Herstellen zu helfen, darauf bekannte: „Das ist auch der einzige Weg, sonst giebt es keinen!" 7. Schritt für Schutt rückwärts. Wir waren im Kaffeehause, das wir von Juden dicht gefüllt fanden. Bald hatte sich ein lebhaftes Gespräch angeknüpft, bei dem auf jüdischer Seite einer der Gemeindevorsteher, ein gebildeter älterer Mann, die führende Rolle übernahm. Er hielt uns entgegen: Christus hat gesagt, er sei nicht gekommen, das Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen, und eben deshalb sind auch alle Anhänger Christi zur Haltung des Gesetzes verpflichtet. Ihm wurde entgegnet: Christus hat gethan, was keiner gethan hat, er hat des Gesetzes Forderungen wirklich erfüllt, aber deshalb nun auch der Welt das Gebot gegeben, sich an ihn, welcher die Erfüllung des Gesetzes ist, gläubig zu halten: denn wer ihn hat, der besitzt eben damit den Gesetzesvollbringer und findet nach seinen eignen Worten in Ihm den Weg, die Wahrheit und das Leben. Hiermit wollte der Alte jedoch nicht zufrieden sein. So hielt ich ihm nun vor, daß auch das Alte Testament und der Talmud nichts anderes wüßten. Der Prophet Jeremia sagt, daß in den Tagen des Messias das Allerheiligste des alten Bundes, die Bundeslade vergessen fein werde, und der Talmud erklärt, in jenen Tagen werde