Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 1-2 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5 bert Gott! und da man hiergegen nichts erwidern konnte, wies ich auf den Heiland und Messias Jesus Christus, der die Bezahlung geleistet hat, hin. Aber nun erwachte der Widerspruch, und die lebhafte Unterhaltung zog eine ganze Schaar von Juden herbei. Alles schaute ans uns; doch jetzt trat ein Polizist heran und bat uns, auseinandcrzugehen, da sonst ein Auflauf entstünde. Wir gingen also, ein alter Jude jedoch begleitete uns weiter. Derselbe sagte uns, er könne unsere Religion nicht annehmen, sondern stimme Moses Mendelssohn bei, welcher die Aufforderung, ein Christ zu werden, mit dem Bemerken abwies, er wolle nicht den Umweg vom Sohne zum Vater machen. Ich erzählte ihm aber, daß Mendelssohn hierauf einst von Missionar Litske die Antwort erhalten habe: So inöge er ihm Sprüche 30, 2 ff. erklären, wo gerade das Bekenntniß zum Sohne mit so unbedingter Klarheit geschieht, und daß jener sich hierauf nicht anders als mit der Behauptung, die Sprüche Salomonis seien nicht echt, zu helfen gewußt habe. Die Bibel aber, fügte ich hinzu, ist mir mehr werth als Mendelssohn, und ich hoffte, darin werde mein alter Freund mir beistimmen. Ich liebte auch nicht Umwege, deshalb aber machte ich nicht den Umweg von Mendelssohn zur Bibel. Das möge er, der Alte, auch so halten, ich bäte ihn herzlich darum, — und er ging nun mit dem Versprechen, jenes Kapitel der Sprüche sogleich lesen zu wollen, von uns. 5. Kaufen Sie Juden für 4000 Mark? „Missionare aus England sind da!" hatte man unter den Juden ausgesprengt, und was das bedeute, sollten wir alsbald erfahren. Wir hatten wieder einen Israeliten auf der Straße angeredet, als einige junge Glaubensgenossen desselben, die das bemerkt hatten, herantraten und uns zuhörten. Die jungen Leute benahmen sich recht anständig und unterschieden sich vor vielen Aelteren auf das Vortheilhasteste — unter den jüngeren gebildeten Juden machten wir übrigens auf dieser Reise die gleiche Erfahrung noch oft. So schenkten denn diese jungen Menschen dem eine erfreuliche Aufmerksamkeit, was ich soeben zu behandeln begonnen hatte. Offenbar fand auch die Sache selbst in gewissem Grade ihre Billigung, denn sie wurden immer vertraulicher. Endlich bat einer derselben unter vielen Entschuldignugeu, ich möchte ihm doch sagen,