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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 1-2 (1882) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
1-2 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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4 angctroffcn hätte. Er wollte die Sache selbst aber nicht zugestehu und am Meisten erhob er Widerspruch, als ich ihm sagte, daß man ja nicht einmal behaupten könne, der heutige Jude müsse wenigstens an der Persönlichkeit Gottes festhaltcn. Doch da wurden ihm nun jüdische Wortführer unsrer Tage wie Rabbiner Felsenthal in Chicago nnd der Dichter Berthold Auerbach angeführt, übcrdcm aber ihm die Thatsachc vvrgehalten, daß die Synagoge gegenwärtig kein Glaubensbekcnntniß mehr besitzt und anerkennt, selbst nicht einmal jenes sogenannte jüdische Glaubensbekcnntniß der 13 Artikel, und Niemand also zu sagen im Stande sei, was denn unbedingt und bcstiinmt die jüdische Religion ausmachc. Der Landsmann wollte hierauf Gleiches mit Gleichem vergelten »nd erklärte, daß auch wir Christen unter einander gespalten seien. Aber er wurde darauf hingewicscn, daß alle die verschiedene» Kirchen ein gemeinsames Glaubensbekenntniß besäßen, in dein sic nicht um ein Haar breit von einander abwichen: das apostolische Glaubensbekcnntniß. Das machte den Mann verlegen, aber ergeben wollte er sich nicht, sondern eilte nur schnell hinweg, zu guter Letzt ein höhnendes Wort uns zurufend, und wo er uns später erblickte, warf er uns finstere Blicke zu. 4. Kein Umweg. Die Juden der Stadt waren allgemach aufgeregt und fingen bereits an, vor den beiden gefährlichen Leuten zu fliehen. Wir ließe» uns dadurch nicht abschrecken und wenn wir auf den Straßen etliche anredeten, zog die Neugierde dann auch andere herbei. Freund Flads Reisen erregten hier wie überall die Aufmerksamkeit der Juden, und sie hörten seine Mittheilungen über die schwarzen Religionsgenossen in Abessinien mit Interesse an. Besonders cigenthümlich berührte sie die Nachricht, daß von jene» Falaschas noch blutige Thieropfer dargebracht werden. Hieran knüpfte sich ein Gespräch über das Fehlen der Opfer unter den Juden in unser» Ländern. Man wollte, wie dies gewöhnlich der Fall ist, in den Gebeten einen Ersatz derselben besitzen, aber verstummte, als ein Fall aus dem Leben des Missionar Stephan Schultz mitgcthcilt wurde, der einem Juden, welcher die Giltigkeit des Gebets an Stelle der Opfer behauptete, für gekaufte Waare statt Geld bloße Worte als Bezahlung anbot. Bezahlung, Bezahlung, rief ich jetzt, for-

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